Hans Koch – Söllnhuberhof

Hans Koch mit Kälbern auf der Weide

Hans Koch mit Kälbern
© Daniel Delang

Hans Koch hat mit dem „Söllnhuberhof“, der von seinen Schwiegereltern als konventioneller Milchviehbetrieb geführt wurde, 1998 als erster im näheren Umkreis auf biologische Landwirtschaft umgestellt. Er mästete Ochsen, später dann Kälber und fand damit eine Nische für den Kleinbauernhof in Holzhausen bei Teisendorf im nördlichen Berchtesgadener Land.

Der kleine Familienbetrieb, „Sölde“ bedeutet Viertelhof, umfasst etwa 7 ha Grünland. Hans und Marianne Koch bewirtschaften den Hof nach den Richtlinien des Naturlandverbandes im Nebenerwerb. Bereits vor der Biozertifizierung mästeten sie Ochsen. Nach der Umstellung konnten sie die renommierten Herrmannsdorfer Landwerkstätten als Abnehmer für die Tiere gewinnen. Als Biobetrieb war es jedoch immer schwierig, geeignete Bio-Kälber zu bekommen. Als Lösung dieses Problems hat Hans Koch dann auf Mutter- und Ammenkuhhaltung mit Kälbermast umgestellt.

Mit dem Begriff „Leistung“ verbindet Hans Koch Tiergesundheit, Robustheit, gute Fruchtbarkeit und gute Mutterkuh-Eigenschaften – und extensive Haltung. Ab Ende April sind seine Tiere draußen und bleiben dort, solange es die Witterung erlaubt, manchmal auch bis Mitte November. Extensiv bedeutet neben der Weidehaltung auch, dass nicht mehr Tiere auf der Fläche gehalten werden, als die Grasfläche an Tieren versorgen kann.

Eine extensive Bio-Weidehaltung gilt als die umweltschonendste und nachhaltigste Form der Rinderhaltung: Grundwasserprobleme, Überdüngung und auch das Artensterben werden damit vermieden. Es wuselt in den Fladen schon nach kurzer Zeit vor Klein- und Kleinstlebewesen und so sind die „Hinterlassenschaften“ der Kühe auch schon bald wieder zersetzt und dem Nährstoffkreislauf zugeführt. Das teilweise Aufbrechen der Grasnarbe durch vereinzelte Trittschäden schafft Raum für neues Keimen und tut ein weiteres, um die Pflanzenvielfalt auf der Weide zu fördern.

Hans Kochs Kälber leben bis zum siebten Monat bei ihren Müttern und Ammen, die nicht gemolken werden. Schon früh fangen die Kälber an, es ihren ausgewachsenen Artgenossen beim Fressen nachzutun. Dadurch wird ihre Ernährung, die Muttermilch, schon bald um etwas Raufutter ergänzt. Das macht das Fleisch ein wenig dunkler, aber auch schmackhafter. Wer es einmal probiert hat, verzichtet gern auf die massenindustrielle Alternative.

Die ausgemästeten Kälber werden im zertifizierten Schlachthof in Marzoll handwerklich und völlig stressfrei geschlachtet. Das Gros der Tiere wird an die gehobene Gastronomie der Region verkauft, beispielsweise an das nahe gelegene Gut Edermann. Hans Koch hat seine Abnehmer im näheren Umkreis gesucht und gefunden, die Konditionen stimmen – und die anderen Bedingungen auch. Das ist ein Gewinn für beide Seiten und echte Partnerschaft auf Augenhöhe.

Aus der Betriebsgeschichte:

1992 Hofübergabe am „Söllnhuberhof“
Marianne Willberger übernimmt den Hof von ihren Eltern, 1996 heiratet sie Hans Koch.

1998 Biozertifizierung
Die Kochs haben als einer der ersten Betriebe in der näheren Umgebung auf ökologische Landwirtschaft umgestellt. Sie wirtschaften nach den Naturland-Kriterien.

1999 Bioochsen für die Herrmannsdorfer Landwerkstätten
ab 2010 Hans Koch mästet Ochsen und Kälber für die Herrmannsdorfer Landwerkstätten.

2013 Einstieg in die Selbstvermarktung
Hauptabnehmer für das Bio-Kalbfleisch ist die gehobene Gastronomie in der Region.

Kontakt:
Hans Koch
Holzhausen 13
83317 Teisendorf
Telefon: 08666 - 1710
Mail: proprint-werbung@freenet.de

Ein Porträt aus der Reihe „Ökogenuss Waginger See – Rupertiwinkel / Inn – Salzach“
Im Februar 2020 wurde von Biovermarkter*innen der Verein „Ökogenuss Waginger See“ gegründet. In loser Folge stellen wir Betriebe aus der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel vor, die sich auf diesem digitalen Bio-Bauernmarkt präsentieren.
Mehr Infos dazu gibt es unter
Homepage: https://oeko-genuss.de
Mail: info@oeko-genuss.de.

Region: Waginger See - Rupertiwinkel