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Zehn Landwirte freuen sich über Öko-Förderung

Familie Astner lud zur gemeinsamen Abschlussveranstaltung der Ökoprojekte 2025 ein

Projekt: Förderungen
Gruppenfoto von Personen vor einem Gebäude
Projektträger (mit Förderschildern), Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden sowie Mitglieder des Beratungsnetzwerkes der ÖMR informierten sich über die im Jahr 2025 erfolgreich umgesetzten Ökoprojekte
© ÖMR HKW

Vielfältige und innovative Projekte entlang der Wertschöpfungskette

Bei der Vorstellung der geförderten Projekte wurde klar, dass die Betriebe und ihre Projekte sehr vielfältig sind. Und doch haben alle Projekte eine Gemeinsamkeit: Sie tragen zum Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten bei und stärken das Bewusstsein für eine nachhaltige Landwirtschaft. Hans Astner, Gastgeber der Abschlussveranstaltung, investierte beispielsweise in eine Obst-Waschanlage mit angebauten Obst-Muser. Familie Astner bewirtschaftet Bio-Streuwiesen und stellt unter anderem Bio-Edelbrände in der hofeigenen Brennerei her. „Mit der neuen Anlage können wir unsere Äpfel und Birnen nun mit nur wenigen Handgriffen waschen, zerkleinern und dann direkt weiterverarbeiten. Außerdem können wir mit der neuen Anlage zukünftig auch Bio-Säfte und Bio-Obstessige herstellen. Ohne die Förderung hätten wir nicht in diese Anlage investieren können “, so der Betriebsleiter vom Schuasdahof.

Astner und neun weitere Landwirte aus der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein (ÖMR HKW) investierten im vergangenen Jahr insgesamt gut 117.000 Euro. Über die Förderung „Verfügungsrahmen Ökoprojekte“ erhielten sie dafür einen Zuschuss von rund 47.800 Euro. 90% des gewährten Zuschusses stammt aus dem Sonderprogramm BioRegio 2030 des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Die restlichen 10% des Zuschusses übernahmen die zwölf Mitgliedsgemeinden der Öko-Modellregion.

Die geförderten Öko-Projekte 2025 im Überblick:

  • Michael Grimm, Bad Feilnbach: Flaschen-Abfüllanlage und Flaschen-Spülmaschine für die Abfüllung und Vermarktung von Streuobst-Saft
  • Michael Astl, Oberaudorf: Einrichtung eines Verpackungs- und Lagerraumes zur Direktvermarktung von Wagyu-Rindfleisch
  • Dieter Schmelzer, Bad Aibling: Doppelmessermähwerk für die insektenschonende Mahd von Obstgarten und Streuwiese
  • Andreas Gruber, Kiefersfelden: Silo zur Lagerung von regionaler Bio-Kleie. Kleie fällt bei der Mehlgewinnung als Nebenprodukt an und kann als nachhaltige und regionale Komponente in der Schweinefütterung eingesetzt werden.
  • Peter Anner, Aschau: Entwicklung und Bau eines E-Geräteträgers für die mechanische Beikraut-Kontrolle im Bio-Gemüseanbau
  • Ludwig Moosmüller, Aschau: Doppelmesser-Mähwerk für die Insekten- und Boden-schonende Mahd
  • Eder Edelobstbrände GbR, Bad Feilnbach: Mobiler Verkaufsanhänger für die regionale Vermarktung von Bio-Edelbränden und weiteren Produkten
  • Johann Astner, Neubeuern: Obst-Waschanlage mit angebautem Muser für mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit bei der Maischeherstellung aus Streuobst
  • Josef Steinmüller, Oberaudorf: Vacuummaschine und Waage für die Direktvermarktung von hofeigenen Produkten
  •  Kaspar Gasteiger, Brannenburg: Gestaltung eines Logos für den eigenen Betrieb sowie Druck von Info-Tafeln "Rosenheimer Weidefleisch" für Betriebe von Rosenheimer Weidefleisch

Aktuell werden wieder zehn Ökoprojekte umgesetzt

Der „Verfügungsrahmen Ökoprojekte“ steht auch für das laufende Jahr zur Verfügung. Ein sechsköpfiges Gremium hat zehn Projekte als förderwürdig bewertet und für neun der zehn Projekte den maximalen Fördersatz von 50% zugesichert. Das zehnte Projekt kann mit einem Fördersatz von gut 48% rechnen. „Ich freue mich sehr, dass auch im laufenden Jahr der Fördertopf vsl. voll ausgeschöpft wird und erneut viele tolle Projektideen umgesetzt werden. Es ist jedes Jahr auf’s Neue erstaunlich, was unsere Bio-Betriebe in gut neun Monaten auf die Beine stellen!“, so Irmi Prankl von der Öko-Modellregion. Der „Verfügungsrahmen Ökoprojekte“ steht in der ÖMR HKW seit 2022 jährlich zur Verfügung. In den vergangenen vier Jahren haben die geförderten Betriebe und Gemeinden in der Öko-Modellregion Investitionen von insgesamt über 425.000€ getätigt. Für diese Investitionen erhielten die Betriebe Fördermittel in Höhe von knapp 175.000€.

Auch für 2027 möchte die ÖMR HKW den „Verfügungsrahmen Ökoprojekte“ beantragen. „Wir rechnen fest damit, dass der Fördertopf in Höhe von 50.000 Euro auch für nächstes Jahr wieder in unserer ÖMR zur Verfügung stehen wird“, so Prankl. Interessierte Betriebe können sich mit ihren Kleinprojekten vsl. im Herbst 2026 für die Förderung 2027 bewerben. Die förderfähigen Gesamtausgaben eines Ökoprojektes müssen sich zwischen 1000€ und maximal 20.000€ netto bewegen. Das Ökoprojekt muss dabei auf dem Gebiet der Öko-Modellregion umgesetzt werden. Handelt es sich beim Antragsteller um einen landwirtschaftlichen Betrieb, muss dieser bio-zertifiziert sein. Ein jährlich wechselndes, sechsköpfiges Gremium entscheidet über die Förderwürdigkeit der eingegangenen Ökoprojekte.

Über die Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein

Die Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein (ÖMR) besteht aus den Gemeinden Aschau, Bad Feilnbach, Frasdorf, Neubeuern, Raubling, Rohrdorf, Samerberg, Nußdorf, Brannenburg, Oberaudorf und Kiefersfelden sowie der Stadt Bad Aibling. Die ÖMR ist im November 2019 gestartet und hat zum Ziel, die Bio-Landwirtschaft sowie die Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln in der Region zu fördern. In Hinblick auf den Bioanteil liegt die Region bei den Spitzenreitern in Bayern. So bewirtschaften im Gebiet der ÖMR rund 186 landwirtschaftliche Betriebe eine Fläche von rund 4.500 ha nach den Richtlinien des Öko-Landbaus. Der Anteil der Bio-Landwirtschaft in der ÖMR beträgt derzeit rund 25% gemessen an der landwirtschaftlichen Nutzfläche.

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