Ort des Geschehens war der biozertifizierte Betrieb mit Galloway-Rindern von Sarah Baumgartner in Kolmberg bei Blaibach.
Schüler lernen von künftigen Landwirtschaftsmeistern
Vor Ort erwartete die sechste Klasse ein abwechslungsreiches Programm: An vier interaktiven Stationen vermittelten die angehenden Landwirtschaftsmeister ihr Wissen rund um die Mutterkuhhaltung. Im Mittelpunkt standen dabei:
- Mutterkühe verstehen
- Aufbau und Bedeutung einer Ökoweide
- Fleischproduktion und Hygiene im Schlachthaus
- Direktvermarktung und Marketing
Die Schülerinnen und Schüler konnten hautnah erleben, wie viel eine Kuh täglich frisst und trinkt und was die Besonderheiten der Mutterkuhhaltung sind. Ausgestattet mit Spaten und Becherlupe erkundeten sie zudem die Pflanzenwelt einer Ökoweide und lernten deren Bedeutung für Biodiversität und Tiergesundheit kennen.
Ein weiteres Highlight war der Einblick in die Fleischverarbeitung im zertifizierten Schlachtcontainer, bei dem auch wichtige Hygienestandards vermittelt wurden. Zugleich durften die Mädchen und Buben bei der Vorbereitung der Mini-Burger, die es für alle am Schluss gab, live dabei sein.
Neben der Tierhaltung spielte auch die Vermarktung eine wichtige Rolle. An einer Station erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie landwirtschaftliche Produkte über soziale Medien beworben werden können inklusive Live-Einblick ins Online-Marketing des Betriebes.
Stärkung regionaler Wertschöpfung
Dabei steht auch das Projekt „Mutterkuhles Weiderind“ in Fokus, das die Vermarktung von Bio-Rindfleisch aus der Oberpflaz fördert. Auch Maria Kias von der Regierung der Oberpfalz unterstrich die Bedeutung solcher Initiativen: Netzwerke sollen gestärkt und regionale Wertschöpfungsketten ausgebaut werden. Der Betrieb von Sarah Baumgartner zeige beispielhaft, wie Tierwohl und Qualität erfolgreich umgesetzt werden können.
Gerade in der Oberpfalz spielt die Mutterkuhhaltung eine wichtige Rolle. Sie ermöglicht die nachhaltige Nutzung von Dauergrünland, das einen großen Teil der landwirtschaftlichen Fläche ausmacht. Insbesondere für kleinere und nebenberuflich geführte Betriebe ist diese Form der Bewirtschaftung oft die einzige sinnvolle Nutzungsmöglichkeit.
Bauernhof als Lernort mit Mehrwert
Zum Abschluss des Tages hielten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke und Gerlernrtes der vier Statuionen auf Plakaten fest und präsentierten ihre Ergebnisse mit durchweg positiver Resonanz. Bevor es dann zurück zur Schule ging, konnten die Schüler noch den Bio-Burger genießen.
Der Vormittag zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll ein Bauernhof als außerschulischer Lernort ist. „Hier können die Jugendlichen mit allen Sinnen lernen und Zusammenhänge direkt begreifen“, betonte Claudia Dummer, Leiterin der Landwirtschaftsschule Cham.