Zum Inhalt springen

Biologische Wirtschaftsweise, Wahre Kosten von Lebensmitteln und die Leistungen des Ökolandbaus hautnah erlebt

Führung Bio-Landwirtschaft & Wildlebnesräume in Gadheim

Projekte: Förderung von Öko-Kleinprojekten, Öko-Modellregion erleben
Gruppenfoto mit 5 Personen vor einem Zuckerrübenfeld
Teilnehmer des Rundwegs Biolandiwirtschaft & Wildlebensräume mit Biolandwirt Johannes Römert
© Janina Moßburger

Biologische Wirtschaftsweise

Der Rundweg begann mit einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Betriebs von Johannes Römert, der ca. 90 ha im Nebenerwerb bewirtschaft.  Entlang der Kulturen seiner Ackerflächen erklärte er den Teilnehmenden die grundlegenden Prinzipien der biologischen Anbauweise: Fruchtfolge, Kreislaufwirtschaft, Organische Düngung, mechanische Unkrautregulierung und der Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel. Besonders gefragt waren die Erläuterungen zum Humusaufbau und zum "Cut-and-Carry-Verfahren",  mit welchem der viehlose Ackerbaubetrieb eine sinnvolle Verwertungsmöglichkeit für sein betriebseigenes Kleegras geschaffen hat.  Auf Initiative des Betrieb wurde im letzten Jahr zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) die Düngewirkung dieses innovativen Verfahrens erporbt, um so gesicherte Erkenntnisse für die Einordnung des Cut-and-Carry Verfahrens im Rahmen der Düngeverordnung zu erreichen. 

Wahre Kosten von Lebensmitteln

Ein weiterer Aspekt, der entlang des Rundwegs zur Sprache kam, waren die  „wahren Kosten“ von Lebensmitteln: Der Begriff beschreibt die Problematik, dass Lebensmittelpreise externe Kosten der Produktion wie Boden- und Wasserbelastung, Treibhausgasemissionen, Gesundheitsfolgen und Biodiversitätsverlust nicht abbilden. An konkreten Beispielen aus seinem Betrieb zeigte Römert, wie ökologische Produktion langfristig natürliche Ressourcen schont, aber zunächst oft höhere Produktionskosten verursacht — und warum transparente Preisbildung und politische Rahmenbedingungen wichtig sind.

Leistungen des Öko-Landbaus

Während des gesamten Rundwegs zeigten sich die vielfältigen Leistungen des Öko-Landbaus: Förderung von Biodiversität, Kohlenstoffbindung im Boden, Wasserschutz, verbessertes Tierwohl, regionale Wertschöpfung und Bildungsarbeit. Die Teilnehmenden diskutierten engagiert über Konsumentscheidungen, regionale Versorgung und mögliche Fördermodelle zur Entlohnung ökologischer Leistungen (z. B. Öko-Prämien oder Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen). Diese Gespräche konnten beim gemeinsamen Schlusshock am Don Bosco Bildungszentrum St. Markushof  mit Bratwurst und kalten Getränken leidenschaftlich fortgesetzt werden. 

Vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Bio-Landwirtschaft! Wir freuen uns schon auf kommende Führungen! Für dieses Jahr kann der Rundweg noch bis zur Ernte im August selbst erkundet werden.

Nächste Nachricht