Zwischen Blumen und Kräutern stehen Kinder und lauschen andächtig den Geräuschen der Wiese und des Waldes. Bienenradio steht auf einem Schild geschrieben, daneben befindet sich eine rechteckige Box aus Holz an der ein Schlauch mit Kopfhörern angebracht ist. Ein Junge setzt sich die Kopfhörer auf. Mit fasziniertem Gesichtsausdruck hört er in die Kiste hinein. „Da summt es ja direkt neben meinem Ohr,“ meint er „wie in einer anderen Welt.“ „Ich könnte das jeden Tag hören“, antwortet das Mädchen direkt daneben. Die Kinder sind ganz ruhig geworden, während sie seitlich neben den Bienenbeuten stehen. Der Reihe nach warten die Schüler der 3a der Grundschule Fürstenstein bis auch sie mit dem Hören dran sind. Spätestens als alle in ihren Imkeranzügen stecken und sich die Bienenbeute von Innen ansehen dürfen bricht sich die Begeisterung ihren Bann. Jedes Kind darf so nah an die offene Bienenbeute ran, wie es der eigene Mut zulässt. Wer möchte kann eine Bienenwabe halten, während Bio-Erlebnisimkerin Ingrid Minz den Aufbau der filigranen Bauten und deren Befüllung erklärt.
Näher an die Praxis kann Unterricht nicht herankommen, wie hier in der Bio-Erlebnisimkerei Austeja. „Dieses Erlebnis werden die Kinder ihr Leben lang nicht vergessen“, erklärt Rektorin Susanne Höglinger-Winter ihre Motivation beim erlebnisorientierten Programm, das mit der Unterstützung der Öko-Modellregion und dem Landratsamt Passau, genauer dem Fachbereich Klimaschutz und Umweltberatung zustande gekommen ist, mitzumachen. Auch Lehrerin Sarah Kunz ist begeistert. Beim Bienen-Quiz erfährt sie mit ihren Schülern welche Lebensmittel von der Bestäubungsleistung der Bienen abhängig sind und wie drastisch sich unser Speiseplan verändern würde, würde es den Bienen schlecht gehen. Zum Schluss dürfen alle Schüler die Erdbeeren naschen, die sie beim letzten Bienenerlebnistag gepflanzt haben. Ohne Bienen gibt’s keine Erdbeeren und keine Schokolade, das wussten viele Schülerinnen und Schüler noch nicht.
„Die Biene ist eine tolle Zeigerart“, erklärt Ingrid Minz, „sie gibt uns ein gutes Feedback wie unsere Landschaft ist. Damit kann man arbeiten und unsere Landschaft verbessern.“ Ingrid Minz wollte ihre Freude am Imkern mit anderen teilen und gründete dafür die Bio-Erlebnisimkerei Austeja Anfang des Jahres in Fürstenstein. Mit zahlreichen Angeboten rund um die naturnahe Imkerei bereichert sie nun das Angebot in der Öko-Modellregion Passauer Oberland. Und wie hats den Schülerinnen und Schülern gefallen? Die kommen bei der Abschlussrunde aus dem Schwärmen nicht mehr heraus, gut dass der nächste Bienenerlebnistag zur Honigernte bereits feststeht. Natur so hautnah erleben zu dürfen, ist ein großer Gewinn für die Mädchen und Buben der Grundschule Fürstenstein.
Der dazugehörige Radiobeitrag kann innerhalb der Sendereihe "Blickpunkt Bio - 7 Jahre Öko-Modellregion Passauer Oberland" am 27.06. gegen 11.10 Uhr bei UNSER RADIO gehört werden!
Bei Interesse am Schulprogramm "Bienenerlebnistage im Jahresverlauf" können Sie sich bei der Öko-Modellregion Passauer Oberland unter oekomodellregion@passauer-oberland oder unter 08509/9009-20 melden.