Eine Generation, die weiß, was sie isst
Während jedes Jahr große Mengen an Lebensmitteln im Abfall landen, essen viele Kinder gleichzeitig zu wenig Gemüse. Laut dem Ernährungsreport 2025 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat kochen nur 43 Prozent der Befragten in einer gewöhnlichen Woche nahezu täglich. Umso wichtiger ist es, bereits früh ein Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu schaffen. Gemeinsam mit der GemüseAckerdemie möchte die Kindertagesstätte „Vogelnest“ Kinder für den Anbau von Obst und Gemüse begeistern. "Es ist toll, dass das Bildungsprogramm spielerisch vermittelt, wie viel Zeit, Pflege und Sorgfalt Pflanzen zum Wachsen benötigen. So lernen die Kinder, Verantwortung für ihre Beete zu übernehmen und entwickeln ein besseres Verständnis für die Herkunft ihrer Lebensmittel", freut sich Bürgermeister Michael Burger.
Lernen nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft
Ganz praktisch erleben die Kinder dabei, wie biologischer Gemüseanbau funktioniert. In kleinen Gruppen bepflanzten sie – unterstützt von Helferinnen und Helfern – ihre Beete nach einem detaillierten Pflanzplan. Mit großer Begeisterung wurde gegraben, gegossen und gepflanzt. Gleichzeitig erfahren die Kinder, warum fruchtbare Böden, eine nachhaltige Düngung und der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen die Grundlage der ökologischen Landwirtschaft bilden. „Die Kinder wissen oft gar nicht mehr, wann welche Gemüsearten in unserer Region Saison haben, da sie ganzjährig vor üppig gefüllten Supermarktregalen stehen. Da gibt es einem einfach ein gutes Gefühl, wenn wir gemeinsam mit den Kindern eine Gemüsesuppe oder auch einen Smoothie mit Rote Bete zubereiten können, was wir selbst angebaut und geerntet haben", erklärt Kita-Leiterin Verena Müller. Um das Wissen über regionalen und biologischen Gemüseanbau zu stärken, begleitet die GemüseAckerdemie die Kinder und das pädagogische Team. Finanziell unterstützt werden sie von der Öko-Modellregion stadt.land.wü. über die Öko-Kleinprojekte 2026.
Vom Acker bis auf den Teller
Das Gelernte endet nicht auf dem Acker: Bereits am Morgen bereiten die Kinder gemeinsam ihr Frühstück zu und erleben dabei den Weg vom selbst angebauten Gemüse bis auf den Teller. Nach der ganzen Arbeit des Anbauens und Pflegens ist die Ernte jedes einzelnen Produktes der Höhepunkt des Projektes. „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder das Gemüse auf dem Feld hegen und pflegen und dabei so viel über gesunde Nahrungsmittel und eine ausgewogene Ernährung lernen“, freut sich der stellvertretende Landrat Alois Fischer. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie praktische Erfahrungen Naturverständnis, Wertschätzung für Lebensmittel und gesunde Ernährungsgewohnheiten nachhaltig fördern können.