Von der Saat zum Brot
Gabi Wolfmeier vom Priessenthal arbeitet viel mit Schulen zusammen. Auch über die Jugendherberge Burghausen kommen Kindergruppen in den Naturerlebnis-Ort. Gemeinsam mit der angehenden Erlebnisbäuerin backen die Mädchen und Buben dort das eigene Brot aus selbst gemahlenem Mehl. Schön sei es, wenn die Kinder mit den Fingern „hineinfahren“, die Strukturen sehen, fühlen und spüren.
Wie die Schulkinder ins Priessenthal kommen, darüber erkundigte sich Dr. Susann Rosenberger vom Landwirtschaftsamt Töging. Dies sei bei Besuchen von Schulklassen auf Erlebnisbauernhöfen oft eine Herausforderung, da das Amt die Besuche selbst fördert. Die Fahrt haben die Schulen zu stemmen. Das Herkommen ins Priessenthal klappt bisher gut, wie Wolfmeier bestätigte.
Gemeinsame Projekte im Fokus
Bei der Zusammenkunft bekräftigte Mehrings Bürgermeister Stephan Beutlhauser seinen Wunsch, verstärkt Maßnahmen zu ergreifen, um die Themen der Öko-Modellregion Inn-Salzach noch breiter in der Gesellschaft zu verankern. Magdalena Aschbauer, Klimaschutzbeauftragte von Altötting, betonte das Interesse, gemeinsam mit der Öko-Modellregion verstärkt Projekte zu verfolgen.
Michael Prestel, Bürgermeister von Burgkirchen, fragte nach, ob ins Priessenthal auch Schüler der Grundschule Gendorf kommen - eine Ackerschule mit aktiven „Ackerbuddies“. Wie Veronika Huber, Berufsschullehrerin und Tochter von Wolfmeier, hierzu erläuterte, sei man erst in der Startphase. Es gibt bereits kleinere Programme für Kinder, die vom Priessenthal gut gestemmt werden können. Dies läuft aktuell vorwiegend im Ehrenamt.
Von Streuobstwiesen und Schattenplätzen
Lehrer Simon Bossmann, Wolfmeiers Sohn, freut sich, dass er für Schulklassen die geförderten Tische und Bänke aufstellen kann. Schattige Plätzchen finden sich immer. Sein Credo: Bäume pflanzen! Und so zeigte er den Gästen beim Gang über‘s Gelände unter anderem die robusten Zackelschafe mit den korkenzieherförmig gedrehten Hörnern und die zahlreichen Obstbäume. Er erläuterte die Vorteile der Streuobstwiese und deren extensive Bewirtschaftung. Als Highlight bekamen die Anwesenden eine Gelbbauchunke zu sehen, ein bei uns stark gefährdeter kleiner Froschlurch.
Burgkirchen a.d. Alz, Altötting, Burghausen, Mehring, Haiming, Halsbach, Kastl und Teising tragen die Öko-Modellregion Inn-Salzach. Anfang 2014 rief das Bayerische Landwirtschaftsministerium die Öko-Modellregionen ins Leben, als Baustein von "BioRegio Bayern 2030". Seit 2022 gibt es die Kleinprojekte-Förderung in den Öko-Modellregionen des Freistaates. Ein Ziel dabei ist es, das Bewusstsein für Bio-Lebensmittel aus Bayern zu fördern.