Bereits vor Filmbeginn entstand bei hofeigenen Spezialitäten vom Grill eine entspannte Atmosphäre. Gastgeber Maralena und Florian Weil, die auf Gut Georgenberg eine Bio-Landwirtschaft mit Weideschweinen und Angusrindern betreiben, standen selbst am Grill und verwöhnten ihre Gäste mit hofeigenen Spezialitäten. Mit viel Engagement haben sie die historische Tenne zu einem außergewöhnlichen Veranstaltungsort ausgebaut, der inzwischen weit über die Region hinaus als stimmungsvolle Kulisse für Veranstaltungen geschätzt wird. Zwischen regionalem Genuss und persönlichen Begegnungen kamen Landwirtinnen und Landwirte, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Kulturinteressierte miteinander ins Gespräch, bevor sich die Tenne in einen Kinosaal verwandelte.
Gezeigt wurde der Film Milch ins Feuer von Regisseurin Justine Bauer. Im Mittelpunkt steht die junge Katinka, die den elterlichen Milchviehbetrieb übernehmen möchte und dabei mit wirtschaftlichen Zwängen, familiären Konflikten und den Herausforderungen des bäuerlichen Alltags konfrontiert wird. Der Film verzichtet bewusst auf romantische Bilder und erzählt stattdessen ehrlich und authentisch vom Leben auf dem Land.
Im anschließenden Filmgespräch nahm sich Justine Bauer viel Zeit für die Fragen des Publikums. Sie berichtete von den Dreharbeiten mit den Laiendarstellerinnen und Laiendarstellern und schilderte, wie intensiv das gemeinsame Arbeiten an einem Stoff war, der ihr persönlich am Herzen liegt. Besonders wichtig sei es ihr gewesen, Frauen in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt ihrer Filmerzählung zu stellen – eine Perspektive, die im Kino bislang nur selten sichtbar werde. Statt romantisch verklärter Bilder vom Landleben, habe sie bewusst den nüchternen Alltag in der Landwirtschaft zeigen wollen: den selbstverständlichen Umgang mit Natur, Tierhaltung, Tod und Reproduktion ebenso wie die wirtschaftlichen Sorgen vieler Höfe.
Das Filmgespräch im Anschluss machte einmal mehr deutlich, was das „Kino am Bauernhof“ auszeichnet: Es bringt Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Blickwinkeln zusammen. Landwirtinnen und Landwirte, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Kulturinteressierte nutzten den Abend, um neue Perspektiven auf Landwirtschaft und Gesellschaft mitzunehmen. Gut Georgenberg erwies sich dabei erneut als ein besonderer Ort, an dem Landwirtschaft, Gastfreundschaft und Kultur zusammenfinden.