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Bio, regional & mega lecker!

Jugendliche kochen beim MINT-Camp 2026

Karotten schneiden
Gemeinsam kochen beim MINT-Camp 2026
© Svenja Arbes

Was hat Bio mit Nachhaltigkeitszielen zu tun? 

Gemeinsam mit Öko-Modellregion-Managerin Svenja Arbes beschäftigten sich die Jugendlichen mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der Vereinten Nationen. Die Ziele aus der 2015 verabschiedeten Agenda 2030 sollen eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung fördern. Schnell wurde deutlich: Ökolandbau kann zu vielen SDGs etwas beitragen.

  • SDG 2 - kein Hunger: Ökolandbau fördert langfristig fruchtbare Böden und trägt damit zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung bei.
  • SDG 3 - Gesundheit und Wohlergehen: Auf Bio-Lebensmitteln findet man weniger Pestizid- oder Medikamentenrückstände als auf konventionellen Produkten und es sind weniger Zusatzstoffe erlaubt. Stattdessen kann man höhere Nährstoffgehalte nachweisen, sie enthalten oft mehr Antioxidantien und mehr Vitamin C. 
  • SDG 6 - Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen und SDG 14 - Leben unter Wasser: Ökolandbau reduziert den Eintrag von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln ins Grundwasser. Gesunde Böden können mehr Wasser speichern und sind durch eine stabile Bodenstruktur weniger anfällig für Erosion.
  • SDG 12 - Nachhaltiger Konsum und Produktion: Kreislaufwirtschaft gehört zu den Grundprinzipien des Ökolandbaus. Bio-Landwirte füttern ihre Tiere mit Bio-Futter von den eigenen Äckern und düngen mit den Hinterlassenschaften ihrer Tiere oder gehen mit Bio-Landwirten aus der Umgebung eine Futter-Mist-Kooperation ein.
  • SDG 13 - Maßnahmen zum Klimaschutz: Durch kurze Transportwege und den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die in der Produktion sehr energieaufwändig sind, spart der Ökolandbau CO2 ein. Gleichzeitg speichern gesunde Boden Kohlenstoff. 
  • SDG 15 - Leben an Land: Auf Bio-Betrieben findet man eine 30-50% höhere Artenvielfalt und mehr Nützlinge wie Regenwürmer, Käfer und Vögel. Auch für Nutztiere sind die Bedingungen im Ökolandbau deutlich besser. 

Bei der Frage, was „regional“ bedeutet, gingen die Meinungen auseinander: Für die einen beginnt Regionalität im eigenen Landkreis, für andere in ganz Bayern oder in einem Umkreis von 50 Kilometern – schließlich sind auch Hessen und Thüringen nicht weit entfernt. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Regionalität legt letztendlich jeder für sich selbst fest. Besonders greifbar wird sie, wenn man die Betriebe kennt, von denen die Lebensmittel stammen, und weiß, wo und wie sie produziert werden. 

Bio-regional einkaufen - aber wie?

Anschließend beschäftigten sich die Jugendlichen damit, woran man Bio-Lebensmittel erkennt und wo diese erhältlich sind. Einige kannten bereits das EU-Bio-Siegel, das auf allen zertifizierten Bio-Produkten zu finden ist. Darüber hinaus lernten sie weitere Siegel verschiedener Bio-Anbauverbände kennen, deren Richtlinien teilweise über die gesetzlichen Vorgaben der EU hinausgehen. Gemeinsam überlegte die Gruppe, wo Bio-Lebensmittel eingekauft werden können – beispielsweise im Hofladen eines Bio-Betriebs, im Bioladen oder in den regionalen Ecken von Supermärkten. Der Bio-Einkaufsführer Rhön-Grabfeld gibt einen Überblick über Bio-Betriebe, die ihre Lebensmittel vor Ort vermarkten. 

Die Jugendlichen sammelten auch mögliche Hürden beim Einkauf. Sie nannten etwa Preisvorurteile, längere Wege zum Hofladen oder die geringere Haltbarkeit frischer Produkte wie Milch im Vergleich zu H-Milch.

Doch statt bei den Problemen stehenzubleiben, wurde es beim MINT-Camp kreativ: Wie könnte eine technische Lösung aussehen, die bio-regionales Einkaufen einfacher macht? Die Jugendlichen durften dabei ausdrücklich um die Ecke und auch ein bisschen utopisch denken. Ihre Ideen reichten von neuen logistischen Konzepten wie einem Online-Hofladen bis hin zur – zumindest gedanklich möglichen – Teleportation zum Hofladen.

Ob realistisch oder noch etwas utopisch, die Ideen machten Lust darauf, neue Wege für eine nachhaltige Zukunft zu gehen. Sie zeigten jedoch auch, dass bei jeder technischen Lösung neue Fragen und Herausforderungen mitgedacht werden müssen.

Nachhtaltigkeit auf dem Teller

Nach Theorie und Zukunftsideen konnten die Jugendlichen selbst ausprobieren, was sich aus regionalen Bio-Lebensmitteln zaubern lässt. Mit Bruschetta als Vorspeise, einer Linsen-Bolognese im Hauptgang und einem Schichtdessert mit Beeren aus dem Garten lernten sie neue Rezepte kennen. So wurde aus der „Mission Gesundheit“ nicht nur ein spannendes MINT-Erlebnis, sondern auch ein kulinarischer Abend: bio, regional & mega lecker!

Die Rezepte zum Nachkochen stehen am Ende des Beitrags zum Download zur Verfügung. 

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