Kinder konnten an einem Kreativtisch malen, am Stand vom Landschaftspflegeverband Nistkästen zimmern und beim ökologischen Anbauverband Biokreis Riesen-Memory spielen. Erwachsene genossen Kaffee, Kuchen und Live Musik von den „Baier Buam“ und „3 of us“. Viele nutzten auch die Gelegenheit, um biologisch einzukaufen: Nicht nur Biobrot und Gebäck, sondern auch Obst und Gemüse vom Biohof Baumgartner in Algerting bei Vilshofen, Bio-Heumilchkäse vom Hofladen Dankesreiter in Muth bei Tittling und Honig von der Bio-Imkerei Binder aus Zenting. Die Firma Woidflair hatte Schönes aus Zirbenholz dabei, zudem gab es Schmuck. Auch der Getreidehandel Dankesreiter aus Haselbach und die Destillerie Farthofer aus dem Mostviertel stellten ihre Produkte vor.
Die beiden Bio-Betriebe sind seit vielen Jahren mit der Bäckerfamilie Wagner verbunden. Auf dem Innenhoffest feierten sie nun das erste Produkt, das sie alle drei zusammenspannt: das wohl einzige Bio-Gerstenbackmalz im weiteren Umkreis, zertifiziert vom Biokreis in Passau. Mit dem enzym-aktiven Malz verhelfen die Wagners ihren Semmeln zu einer besseren Teig- und Geschmacksentwicklung und einer knusprigeren Kruste. Hergestellt wird das Bio-Gerstenmalz in der Mälzerei der Destillerie Farthofer im 160 Kilometer entfernten Öhling in Österreich, wo Josef Farthofer auf seiner Bio-Landwirtschaft die Gerste anbaut. Beim Getreidehandel Dankesreiter in Haselbach wird das Malz zu backfertigem Pulver vermahlen. „Wir haben mit unserer Mühle verschiedene Techniken ausprobiert und können das Bio-Backmalz nun genauso liefern, wie es Bäckereien brauchen“, erklärt Franz Dankesreiter „Es war Glück, dass er die richtige Mühle hat. Damit das Malz enzym-aktiv bleibt, darf es beim Mahlvorgang nicht zu stark erhitzt werden“, sagt Josef Farthofer.
Wie frisch das natürliche Backmittel ist, beweist der Geruchstest. „Es duftet schon bei der Anlieferung viel aromatischer als das Gerstenbackmalz vom Bio-Großhandel“, schwärmte Hans Peter Wagner. Bisher musste er Gerstenbackmalz beim Bio-Großhandel in Hamburg bestellen, jetzt bekommt er jede Woche rund 250 Kilogramm aus Haselbach bzw. dem Mostviertel.
„Alle drei Akteure sind Meister auf ihrem Gebiet. Beim Bio-Gerstenbackmalz bringen sie ihre Kompetenzen zusammen, nutzen Synergieeffekte. Dass es regional ist, setzt dem Produkt das i-Tüpfelchen auf“, sagte Biokreis-Geschäftsführer Simon Krischer. Besonders in Krisenzeiten spüre man die Bedeutung regionaler Lieferketten, erklärte Bürgermeister Uwe Urtel, Pia Auberger von der Öko-Modellregion Passauer Oberland setze sich mit ihrer Netzwerkarbeit überaus engagiert dafür ein.
Text: Simone Kuhnt im Auftrag der Öko-Modellregion Passauer Oberland