Bio kann jeder

Erfolgreicher Online Workshop für mehr Bio in Kita- und Schulverpflegung

Projekt: Außer-Haus-Verpflegung

Wie gelingt der Bioeinstieg? Kinder, Eltern, Träger, Pädagogen und Caterer miteinbeziehen

Wie gelingt der Bioeinstieg
© Bioland

Die Initiative „Bio kann jeder – Nachhaltig essen in Kita und Schule“ unterstützt Vertreter*innen von Schulen, Kindertageseinrichtungen und Cateringunternehmen bei der Einführung eines ausgewogenen und nachhaltigen Verpflegungsangebotes. In Zusammenarbeit mit Bioland wurde ein solcher Workshop, in Form eines online Meetings in die Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal gebracht. Eingeladen waren Einrichtungs- und Schulleitungen, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte, Küchenleitungen und -teams, Caterer, Träger der Einrichtungen sowie weitere interessierte Personen.

Am Mittwoch Nachmittag versammelten sich 27 interessierte Personen in einer Zoom Konferenz, um sich Informationen rund um das Thema "Bio in Kita- und Schulverpflegung" einzuholen. Sie folgten der Einladung der Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal, die gemeinsam mit Bioland diesen Workshop auf die Region angepasst organisierte. Die Köchin und Ernährungswissenschaftlerin Eva-Maria Huber von Bioland eröffnete die Veranstaltung mit ihren Erläuterungen. Sie zeigte, welche Personengruppen an der Verpflegung von Kitas und Schulen beteiligt sind und dass eben diese bei einem Umstellungsprozess eingebunden und mitgenommen werden müssen. Eine Umstellung auf Bio wird dann gelingen, wenn es den Kindern schmeckt, wenn die Eltern zufrieden sind und ihre Kinder gut versorgt wissen, wenn die Pädagog*innen entsprechend mitwirken, die Träger und Leitungen dahinterstehen und die Caterer gewinnbringend und von der Sache überzeugt wirtschaften können. Desweiteren erläuterte Eva- Maria Huber, welche Themen zumeist im Raum stehen, wenn es um eine Umstellung auf Bio geht. Deshalb wurde eingags die Frage thematisiert, warum denn eine Umstellung auf Bio erstrebenswert ist. Welche Art von Landwirtschaft wollen wir mit unserer Kaufentscheidung unterstützen? Kleinteilig, vielfältig, umweltverträglich, fair, ... Zum anderen wurde der Einsatz von Zusatzstoffen thematiosiert, der im ökologischen Bereich um ein vielfaches geringer ist. Eva-Maria Huber zeigte auf, welche Aspekte bei einer Bioumstellung erfahrungsgemäß thematisiert und diskutiert werden und werden müssen: neben der grundlegenden Frage, "Warum eigentlich Bio" wird über Preise, Speisepläne, Kalkulationen, Beschaffung, Zertifizierung und Kommunikation gesprochen. Dem immerwährenden Argument, dass eine ökologischer Ernährung zu teuer sei, begenete Eva-Maria Huber folgendermaßen: stelle man seine gewohnte konventionelle Ernährung auf biologisch um, dann ist das durchaus mit erheblichen Kosten verbunden, stelle man aber gleichzeit die Ernährungsweise um, bspw. wesentlich weniger Fleisch, was im Übrigen auch die Deutsche Ernährungsgesellschaft empfiehlt, oder mit Fokus auf saisonales Gemüse, dann sei der Preisunterschied überschaubar (laut Öko-Insitut 2013 443€).

Im weiteren Teil der Veranstaltung gab Carola Petrone vom Biocatering Il Cielo einen Einblick in ihre Arbeit. Seit 16 Jahren führt sie nun das Cateringunternehmen, von Anfang an und bis heute mit einem Einsatz von 100% ökologisch erzeugten Produkten. Im Laufe der Jahre konnte sie zusätzlich den Anteil an regionalen Bioprodukten steigern und Partnerschaften zu landwirtschaftlichen Betrieben aufbauen. Sie berichtete von ihrer Herangehensweise, den Kindern auch mal "exotische" Speisen wie Linseneintopf schmackhaft zu machen. Die Linsen werden dann gemeinsam mit Kartoffelbrei und Schokopudding serviert, sodass sie sich sicher ist, alle Kinder sind satt. Im besten Falle probieren sie die Linsen und tasten sich somit an neue Geschmäcker heran. Es ist beeindruckend, wie durchdacht und mit welch hohem Maß an Fingerspitzengefühl Carola Petrone und ihre Mitarbeiter*innen vorgehen. Im Normalbetrieb werden so bis zu 5000 Essen (in Form von Frischeküchen auf meherer Standorte verteilt) in 100% Bioqualität gekocht. Die Teilnehmer*innen des Workshops waren begeistert und haben auf jeden Fall Impulse für ihre Arbeit mitgenommen.

Theresa Hautzinger von der Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal stellte die Region und deren Potenziale hinsichtlich einer ökologischen Beschaffung vor. Die Projektmanagerin sowie Eva-Maria Huber von Bioland stehen auch im Nachgang jederzeit für Fragen zum Workshop zur Verfügung.

Erfreulich war die rege Beteiligung aus den Einrichtungen des Projektgebietes der Öko-Modellregion Kulturraum Ampertal, sowie die Teilnahme der beiden Bürgermeister Hermann Hammerl (Kranzberg) und Mario Andreas Berti (Hohenkammer).

26.02.2021

Region: Kulturraum Ampertal