„Unzufriedenheit ist der Motor für Veränderung“

Projekt: Vermarktung von Bio-Kalbfleisch und Bio-Rindfleisch

Gruppe von Menschen in einem Rindermaststall

Exkursion Riegseer-Weideochs
© Adeili

Am Samstag, 28.08.2021 besuchte eine Gruppe aus Landwirtinnen und Landwirten aus der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein (ÖMR) den Naturland Betrieb Mayr in Riegsee. Georg Mayr, Betriebsleiter des Bio-Ochsenmast Betriebes erläuterte uns gemeinsam mit seiner Frau Veronika wie sie den Betrieb 2013 umgestalteten und wie die Marke Riegseer Weideochs und der Kontakt zur Gastronomie entstand. Die Unzufriedenheit mit den Milchpreisen und das leider vergebliche Engagement beim BDM im Kampf um bessere Milchpreise sieht Georg Mayr nicht negativ, sondern als Motor für diese Veränderung.

Für die Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein ist vor allem die Gastronomie als Abnehmer ein interessanter Punkt, denn im Projekt „Alternative Wege für Bio-Kalb- und Rindfleisch“ sollen neben den herkömmlichen Wegen der Rindfleischvermarktung weitere Absatzmöglichkeiten aufgebaut werden. „In der Direktvermarktung sind Betriebe in der ÖMR schon recht gut aufgestellt. Das System funktioniert gut, und ist vermutlich auch die effektivste Weise Fleisch zu vermarkten. Da sich aber wohl irgendwann Grenzen des regionalen Absatzes an Endverbraucher ergeben werden, ist es uns wichtig, dass sich Betriebe auf mehrere Standbeine aufstellen. Dazu gehört auch der Einbezug der Gastronomie.“ So Stefanie Adeili, Projektmanagerin der ÖMR und Ansprechpartnerin für dieses Projekt.
Dass dies aber kein ganz einfaches Unterfangen ist, erklärt uns Georg Mayr auch. In den beiden Corona-Lockdowns ist der Absatz an die Gastronomie stark eingebrochen und es mussten neue Wege der Vermarktung aufgebaut werden. Das, was Anfangs eigentlich nicht vorgesehen war, das Rindfleisch direkt zu vermarkten, wurde in den beiden Lockdowns zum Erfolgsmodell. Und so wird die Direktvermarktung in Zukunft wohl noch stärker ausgebaut werden. Denn die Nachfrage nach dem hochwertigen Bio-Ochsenfleisch ist sehr hoch. Und Georg Mayr hat eine neue Leidenschaft entdeckt: „Der Schwiegersohn verkauft und ich unterhalte die Leute“ erzählt er schmunzelnd. Das können wir uns gut vorstellen, denn uns hat Georg Mayr mit seinem Charme und Charisma trotz des verregneten Wetters einen sehr unterhaltsamen und informativen Ausflug ins Murnau-Werdenfelser-Land beschert.
Vielen Dank an dieser Stelle an Veronika und Georg Mayr!

01.09.2021

Region: Hochries-Kampenwand-Wendelstein