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Zu Besuch in Astrid Maiers Garten

Heilkräuter, Wildpflanzen, alte Sorten und leckeres Gemüse

Projekt: Ökolandbau erleben
Inkamais
Inkamais
© Annalena Brams
Dabei ist Astrid immer auf der Suche nach Besonderheiten, die zu ihrer Philosophie eines Gartens passen. So gibt es bei Astrid zum Beispiel verschiedene freilandtaugliche Tomaten, die kein Gewächshaus und kein Dach brauchen. Oder die "Wintertomate" man erntet sie wenn sie noch nciht reif ist, lässt sie dann im Haus nachreifen und kann sie bis ins neue Jahr hinein lagern. Sie hat auch "Russische Hauspaprika". Die sind sehr scharf, aber man kann sie problemlos überwintern. Eine weitere Besonderheit ist Astrids 3-Nutzungs-Zucchini. Jung geerntet kann man die Früchte wie Zucchini verwenden, lässt man sie länger an der Pflanze werden sie zu Kürbissen, die sich auch gut lagern lassen. Das tolle ist, dass die Kerne schalenlos sind und man somit also auch noch Kürbiskerne "ernten" kann. Und für Hummeln und Bienen findet man bei Astrid weiße Nesseln oder die Steinsame.
Aber Astrids Herz schlägt auch für Wildpflanzen. Und die versucht sie in ihrem Garten anzusiedeln, mit deutlichem Erfolg. Aktuell gilt ihre Leidenschaft ganz besonders den Doldenblütlern. Die sind nämlich unheimlich wertvolle Heilkräuter und gut für die Verdauung. Der Haken an den Doldenblütlern ist, dass unter ihnen auch die giftigsten Pflanzen sind und die Unterscheidung oft schwer fällt. Astrid möchte das Auge schärfen für diese "Apotheke der Natur" und bietet deshalb auch Kurse an.
Darüberhinaus gibt es bei Astrid verschiedene Beettypen.
Zum einen hat sie ein Beet als "Waldgarten" angelegt. Dabei werden die verschiedenen Ebenen Bäume, Sträucher, Kräuter genutzt. Sträucher und Bäume sollen dem darunter wachsenden Gemüse Schatten spenden. Das reduziert den Hitzestress und den Gießaufwand. Dazu hat Astrid einen Baum gepflanzt der eine Mischung aus Apfel und Quitte trägt. Unter den Sträuchern wachsen momentan Asiasalat, klassische Salate, Erdbeeren, Mangold, Pfeilkresse, Zwiebeln, Zuckerschoten und auch Zuckermais. Darunter ein bunter Inkamais, der sich auch super zu Maismehl verarbeiten lässt. Dazu kommen dann noch Paprika. Pfeilkresse ist beispielsweise schon sehr früh erntbar. Ihre Samen sind so scharf, dass man sie als Pfeffer-Ersatz nutzen kann.
An einer nassen Stelle will sie heuer ein "Nassbeet" anlegen. Darin sollen dann Engelwurz, Baldrian und Mädesüß wachsen. Also Pflanzen, die man normalerweise an Bachrändern findet. Ergänzend dazu kommt noch der "Echte Haarstrang" eine echte Seltenheit unter den Doldenblütlern.
Natürlich gibt es aber auch ein "Trockenbeet". Das bepflanzt Astrid mit Dost, Quendel, Salbei und echtem Labkraut.
Auch Hügelbeete findet man in Astrids Garten. Darin wird jetzt dann Yakon wachsen. Die Wurzeln kann man lange ernten und gut lagern. Sie sehen ein bisschen aus wie Süßkartoffeln, sind knackig wie Radieschen und schmecken leicht süßlich und frisch. Sie ist beispielsweise in Smoothies eine tolle Abwechslung zu Gurken.
Ein weiteres Beet legt Astrid so an, dass auf ca. 1,5 mal 1,5 Metern der Gemüsebedarf einer 4-köpfigen Familie gedeckt werden kann. Darauf wachsen aktuell schon Kartoffeln, Salat, Zuckerschoten, Rettich und Kohlrabi. Später folgen dann fürs erste rankende Zucchini, Bohnen, Tomaten, Gurken, Paprika und Pepperoni.
Am Eingang zum Garten gibt es außerdem noch ein Insektenbeet. Da dürfen Steinklee und Küstensonnenblumen wachsen.
Auch die Wahl von trockenheitstoleranten Arten liegt Astrid am Herzen. Deshalb greift sie auch zurück auf Kaki, Mispel, Sibirische Maibeere und viele mehr, darunter auch die Küstensonnenblume, die sogar auf Sand wachsen kann.
Die Beete werden dabei von vielen ausdauernden teils immergrünen Pflanzen ergänzt. Sie wachsen gerne auch mal da wo der Samen hald so hinfliegt. Wenn sie stören, werden sie weggepflanzt. Ansonsten bleiben sie einfach wo sie sind. Dazu gehört beispielsweise Schnittsellerie oder ewiger Lauch, Sedanina (schmeckt nach Gelben Rüben) und ewige Kresse.
Und dazwischen immer verschiedenste Heilkräuter. Unterschiedliche Frauenmantelarten, Pimpinelle oder Hirschhornwegerich. Diese Mischung wird ergänzt mit "Regionalem Superfood" wie Astrid es nennt, aber dazu soll sie euch am besten selbst mehr erzählen.

Astrid möchte auch anderen zeigen, wie so ein Garten, der für Mensch und Natur etwas gutes tut, funktionieren kann. Deshalb gibt es regelmäßig Workshops bei ihr. Sie behandelt Themen wie "Ich habe nur einen Balkon, was jetzt" oder essbare Wildpflanzen, Heilkräuter erkennen und nutzen oder auch wie versorge ich meine Familie mit gut 2 m² mit Gemüse.
Und wenn ihr denkt, das wars jetzt. Dann liegt ihr gravierend falsch. Mit Astrid kann man ganz locker mal 2 Stunden lang ihren Garten besprechen, wenn sie denn gerade Zeit hat.
Man kann sie immer Mittwochs und Donnerstags von 9 - 12 Uhr und von 14 - 18 Uhr in ihrem Garten in Perach besuchen und auch Pflanzen bei ihr kaufen.

Astrid Maier
Bio & Wild Aufdischt
Hauptstr. 1
84567 Perach
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