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Die Familie Kreuzer auf dem Schlossgut Hauzendorf

Zwischen Walnussbaum und Weidegans

Die Familie Kreuzer
Die Familie Kreuzer
© Daniel Delang, Öko-Modellregionen Bayern

Der besondere Ort
Wer das Schlossgut Hauzendorf betritt, hat schnell das Gefühl, an einen „verwunschenen Ort“ zu kommen – ein großer, historischer Hof, der seine Seele bewahrt hat. Weite Flächen, Streuobstwiesen, Weiden und der Platz unter dem Walnussbaum laden dazu ein, zu bleiben und zu erleben, wie eng hier Landwirtschaft und Landschaft zusammengehören.

Gleich nebenan führt ein Radweg von Regensburg in Richtung Bayerischer Wald vorbei, viele Radfahrer biegen für Apfelsaft, Würste aus dem Hofkühlschrank oder einen Zwischenstopp im Schatten ab. Besucher erzählen immer wieder, dass sie „automatisch bleiben wollen“, weil der Hof wie eine kleine Filmkulisse wirkt.

Familie und Generationen
Seit rund hundert Jahren ist das Schlossgut in Familienbesitz, der Urgroßvater erwarb den Hof in deutlich schlechterem Zustand und hielt den Betrieb mit Acker, Wald und Grünland in dieser Größe zusammen. Heute führt Agraringenieur Detlef Kreuzer den Hof zusammen mit seiner Frau Bettina Dostal und der gemeinsamen Tochter Antonia.

Antonia verbindet zwei Welten: Sie betreut als Tierärztin die Mutterkuhherde und ist zugleich tief im Hofalltag eingebunden. Für die Zukunft sieht sie sich als flexible Mitgestalterin, die den gemäß der Kundenwünsche und im Sinne der ökologischen Vernunft weiterentwickelt.

Ackerbau und Kreislauf
Detlef Kreuzer gilt in der Familie als jemand, der „seinen Acker kennt, wie kein anderer“. Eine vielfältige Fruchtfolge mit Kleegras, Weizen, Triticale, Mais, Erbsen, Winterackerbohnen und Sonnenblumen sorgt für Bodenfruchtbarkeit und Pflanzengesundheit.

Die Winterackerbohne sieht er als Antwort auf den Klimawandel: Sie nutzt Winterfeuchte, liefert heimisches Eiweißfutter und ersetzt Sojaimporte. Unkraut wird mechanisch mit Striegel und Hacke reguliert, Grundlage ist ein gesunder Bestand aus guter Fruchtfolge, passenden Sorten und standortgerechter Bewirtschaftung.

Rinderhaltung als Klimabeitrag
Herzstück des Hofes ist die Mutterkuhherde mit rund 26 Mutterkühen und insgesamt etwa 70 Rindern, überwiegend ruhigen Angus-Tieren. Sie leben auf Grünland, fressen Gras und Kleegras und sind fest in die Kreislaufwirtschaft eingebunden – Mist und Weidegang fördern Humusaufbau und lebendige Böden.

Extensiv bewirtschaftetes Grünland bindet CO₂ und bietet Lebensraum für zahlreiche Arten. Die Kälber bleiben acht bis zehn Monate bei den Müttern – „uns ist wichtig, dass die Kuh sich um ihr Kalb kümmern kann“, sagt Antonia Kreuzer.

Tierhaltung zum Anfassen
Gänse, Hühner und ein kleiner Streichelzoo machen Landwirtschaft auf dem Schlossgut unmittelbar erlebbar. Etwa 100 Weidegänse leben am Bach und auf der Wiese und sind zu Martini und Weihnachten meist lange im Voraus reserviert.

Legehennen im Mobilstall ziehen über die Flächen, verwerten Grünland und verbessern den Boden. In einem Projekt zur „Tierhaltung zum Anfassen“ hat die Familie gezeigt, wie offen sie ihren Hof versteht: Besucher dürfen fragen, beobachten und sich ein eigenes Bild von moderner Biolandwirtschaft machen.

Direktvermarktung und Hofladen
Mit der Umstellung auf Bioland 1995 begann die Direktvermarktung von Rindfleisch und Masthähnchen, später kamen Gänse, Eier und Apfelsaft aus Streuobst dazu. Heute verkauft der Hof Rindfleisch in Mischpaketen und vor allem in individueller Zerlegung – Detlef Kreuzer schneidet die Stücke so, wie die Kunden sie wünschen.

Vor einigen Jahren wuchs der Hofladen zu einem kleinen Bioladen mit Vollsortiment, mittlerweile konzentriert sich die Familie wieder auf Event-Wochenenden, einmal im Monat Freitag und Samstag. Ein 24-Stunden-Hofkühlschrank mit Eiern, Apfelsaft, Pfefferbeißern und Getränken ergänzt das Angebot und wird von Gästen und Radfahrern gut angenommen.

Kommunikation und Zukunftswünsche
Der Austausch mit den Kunden ist der Familie wichtig, viele Kundinnen und Kunden sind seit Jahren treu und empfehlen den Hof weiter. Newsletter, Homepage sowie Instagram und Facebook – von Antonia Kreuzer betreut – zeigen vor allem Tiere, Felder und Hofalltag, um Transparenz zu schaffen.

Die Familie wünscht sich einen Hof, der anpassungsfähig bleibt und seinen Kern bewahrt: ökologische Landwirtschaft mit Rinderhaltung, eine stabile Direktvermarktung und ein offener Ort, an dem Menschen erleben können, wo ihr Essen herkommt. Konkrete Ideen reichen von einem Tiny House für Urlaub auf dem Bauernhof bis zu einem einfachen „Getränkegarten“ unter dem Walnussbaum, in dem Gäste verweilen, genießen und Landwirtschaft mit allen Sinnen erfahren können.

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