Zum Inhalt springen

Hermannsberg in Wiesent: Inklusion im grünen Herzen

Ein Ort der Begegnung, wo Ökologie und Menschsein Hand in Hand gehen

Bernhard Röhrl auf dem Hermannsberg
Bernhard Röhrl auf dem Hermannsberg
© Daniel Delang, Öko-Modellregionen Bayern

Herausforderung angenommen
Vor einigen Jahren drohte die Schließung des Standorts in Wiesent, da strenge Brandschutzvorgaben eine aufwändige Sanierung notwendig machten. Bernhard Röhrl nahm diese Hürde an und entwickelte ein ganzheitliches Konzept, das heute als Grundlage für den Fortbestand dient: Aus einer reinen Werkstatt wurde ein lebendiges Zentrum mit Hotelcharakter, Seminarräumen, Hofcafé und Biergarten. Das nachhaltige wirtschaftliche Miteinander steht im Vordergrund – durch Veranstaltungen, Catering-Angebote und Workshops wird Hermannsberg zu einem Ort der Begegnung für die gesamte Region Wiesent.

Vielfalt im Betrieb
Die Landwirtschaft ist biozertifiziert und wächst beständig weiter – von Legehennen über Damwild bis hin zu den geplanten Enten und Gänsen. Der hofeigene Weinberg liefert biologische Trauben für den beliebten Bio-Wein. Im Hofladen werden eigene Erzeugnisse wie Eier, Nudeln und frisches Brot angeboten, das im Holzbackofen gebacken wird. Menschen mit Behinderung arbeiten in verschiedenen Bereichen des Betriebes und erleben Integration sowie Wertschätzung im Alltag. Sie sind nicht Objekte von Fürsorge, sondern Akteure und Mitgestalter des Hoflebens.

„Das Wichtigste ist, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen"
Bernhard Röhrl beschreibt seine Haltung prägnant: „Das Wichtigste ist, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Erst dann kommt die Ökologie und danach die wirtschaftliche Tragfähigkeit." Diese Priorisierung ist nicht bloße Rhetorik – sie prägt jeden Tag auf Hermannsberg in Wiesent. Menschen mit körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen finden hier einen Platz, an dem ihre Fähigkeiten geschätzt werden und ihre Würde gewahrt bleibt.

Inklusion und Zusammenhalt
Für Bernhard Röhrl ist die Arbeit mit ganz unterschiedlichen Menschen eine bereichernde Aufgabe. Seine langjährige Laufbahn in der Gastronomie, gepaart mit Erfahrungen in der Jugendfürsorge, hat ihm gelehrt, was Führung bedeutet: Menschenliebe, Gelassenheit und Humor sind elementare Voraussetzungen. Der Hof ist inzwischen Zertifizierungsbetrieb der Sigma Inklusionsinitiativen und wird von der Katholischen Jugendfürsorge gefördert. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wiesent ist eng und getragen von gegenseitigem Respekt und Offenheit.

„Man braucht ein offenes Herz und Mitgefühl"
„Man kann vieles lernen – aber für diese Arbeit braucht es in erster Linie ein offenes Herz und Mitgefühl. Die Menschen geben so viel zurück, wenn man ihnen mit Lebensfreude begegnet." Diese Worte fassen zusammen, was Hermannsberg antreibt – nicht Mitleid, sondern echte Begegnung auf Augenhöhe.

Blick nach vorne
Hermannsberg in Wiesent ist heute ein Ort des stetigen Wandels, geprägt von großem Gestaltungsfreiraum und innovativen Ideen. Veranstaltungen wie Backkurse, Seminare, Theaterabende und Feste bereichern das Gemeinschaftsleben und zeigen, wie viel Potential in inklusiven, nachhaltigen Strukturen liegt. Hier wird nicht nur gearbeitet – hier entsteht Zukunft, in der Ökologie und Menschenwürde keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig stärken.

Hier geht's zur Betriebs-Homepage...

Vorheriger Mensch Nächster Mensch