Sellthürner Käskuche

Tradition und Innovation in Familienhand

Pirmin Gmeiner
© Daniel Delang

Eigentlich wollte er ja nie Ziegenkäse machen, der Rudi Gmeiner. Aber als ein Landwirt seine Ziegenmilch nicht mehr vermarkten kann, überredet ihn seine Frau, es doch zu versuchen. Und sie haben gleich Erfolg damit. Inzwischen sind es rund 300.000 Liter, die in der Sellthürner Käskuche jährlich verarbeitet werden, darunter herrlich würziger Schnittkäse.

Es sind Geschichten wie diese, die zeigen, wie die Familie Gmeiner und der Betrieb "ticken". Gegenseitige Hilfe, Zusammenhalt, Vertrauen – das ist die Grundlage des Erfolgs. 1992 beginnt Rudi Gmeiner in der Käskuche und arbeitet zunächst als Betriebsleiter. Dann folgt die Entscheidung, den Betrieb zu übernehmen. Ein Schritt in die Selbständigkeit, der sich eher zufällig ergeben hat, als dass er geplant war. Als er 2006 den Betrieb übernimmt, stellte er einige Produktionslinien auf Bio um. Mittlerweile setzt er das auch für die restliche Produktion um. Fast jedenfalls. Denn ein langjähriger zuverlässiger Landwirt, der Heumilch liefert, kann sich aufgrund seiner zentralen Ortslage nicht zertifizieren lassen – und der Käse aus dieser Partie dann halt auch nicht. Verbindungen wie diese zählen für ihn aber mehr als ein Siegel. "Die Umstellung war für mich Herzenssache", sagt Rudi Gmeiner. „Da ich mich selbst gern gesund ernähre, unterstütze ich natürlich auch die Prinzipien der ökologischen Lebensmittelwirtschaft. Zum anderen weiß ich, dass immer mehr Menschen so wie ich denken." Absolut unverzichtbar ist jedoch, dass alle Lieferanten bei der Fütterung ihrer Kühe auf Silage verzichten. Die bei der Vergärung des Futters entstehenden Bakterien verursachen eine Nachgärung im Käse und tun dem Geschmack nicht gut.

Bei den Gmeiners wird seit Generationen gekäst und mittlerweile ist Rudi Gmeiner`s Sohn Pirmin mit in den Betrieb eingestiegen. Die Philosophie bleibt jedoch konstant: "Unser Ziel heißt nicht, ganz groß zu werden. Wir streben lieber nach guten, lebendigen Beziehungen zu unseren Bauern und Kunden. Und danach, handwerklichen Käse auch reiner Heumilch herzustellen und mit Qualität und Geschmack zu punkten." So umfasst das gesamte Team gerade mal elf Menschen und hat sich mittlerweile zu einer Art Familienbetrieb entwickelt: in der Käserei und Geschäftsführung Vater und Sohn und seine Frau betreut den Sennereiladen in Sellthürn.

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Region: Günztal