Auch wenn der Sommer gerade Pause macht, lädt das neue Hofcafé am Schlossgut Obbach zum Plaudern und Genießen ein. Unter der stattlichen Linde mit den bunten Marktschirmen entstand im Innenhof des Schlosses ein Treffpunkt für die Menschen aus der Region. Bei der offiziellen Eröffnung stand das Engagement für Regionalität und Vielfalt im Fokus. Unterstützt wird dies durch die Öko-Modellregion Oberes Werntal.
Genau genommen ist es die zweite Saison, in der das Team des Schlossguts Obbach ein Sommercafé im Freien anbietet. Aber Personalmangel zwang im vergangenen Jahr die Gutsverwalter Petra Sandjohann und Bernhard Schreyer sowie Maximilian Graf, das Angebot zu reduzieren. Jetzt aber ist im Ambiente aus historischem Charme und grüner Oase eine Begegnungsstätte entstanden. Mit der Kleinprojekte-Förderung der Öko-Modellregion wurden Holztische und Stühle für 40 Gäste beschafft und vor dem Hofladen aufgestellt. Drei Mitarbeiterinnen sorgen mit selbstgebackenem Kuchen aus Bio-Produkten, mit Frühstücksvariationen und saisonalen Leckereien für Angebote.
Die „Symbiose von Schloss und Öko-Gutshof“ nannte Landrat Florian Töpper einzigartig. Nicht nur der Bio-Hofladen sei weit über das Obere Werntal hinaus bekannt. Auch das Engagement der Eigentümerfamilie Schäfer für die historischen Schlossgebäude sei vorbildlich.
Lebendige Ortskerne schaffen
Die Menschen würden ihre Heimat wieder neu entdecken, meinte er. Angesichts fehlender Einkehrmöglichkeiten freue er sich über jede Gastronomie, die neu eröffne. Zwar müsse die Politik sehen, dass die Versorgung funktioniere. Aber nur mit mutigen Unternehmen und privaten Initiativen gelinge das auch. Lebendige Ortskerne zu schaffen sei das Ziel der Dorferneuerung, auch in Obbach, ergänzte Euerbachs Bürgermeisterin Simone Seufert. Es sei wichtig, dass die Menschen zusammenkommen, was hier gelinge. Sie dankte den Brüdern Georg, Christian und Andreas Schäfer für ihr Bekenntnis zu Obbach und zum Schlossgut.
Die Rolle des Verwalterehepaares Petra Sandjohann und Bernhard Schreyer in der Öko-Modellregion hob deren Sprecher Anton Gößmann, Bürgermeister von Wasserlosen, hervor. Mit Ideen und Engagement bereichern sie seit Jahren die Region und die landwirtschaftlichen Betriebe. „Das Schlossgut ist überall ein Begriff, ein Anziehungspunkt und Leuchtturm“.
Warum sie zusätzlich zur vielen Arbeit am Schlossgut ein Hofcafé eröffnen wollte, begründete Petra Sandjohann. Sie sei ein „Fan von Regionalität und von ländlichen Regionen“. Frei nach dem Satz „Die Vielfalt ist das Immunsystem der Natur“ wolle sie durch das Hofcafé die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringen, die hier heimisch sind. Ihr Dank galt dem Team des Schlossguts, „ihr macht es lebendig“.
Geöffnet ist das Sommer-Hofcafé am Schlossgut Obbach von Donnerstag bis Samstag, von 9 bis 18 Uhr (Betriebsurlaub vom 11. bis 18. August).
Öko-Kleinprojekte, die 2025 im Oberen Werntal gefördert wurden
Nussquelle Kimmel (Pfersdorf): Anschaffung Dragiermaschine und Schokoladenschmelzgerät zur Veredelung von Bio-Haselnüssen
Back Göbel (Maibach): Verkaufsautomat für die Bio-Direktvermarktung
Siebenäckerhof (Niederwerrn): Fadengerät für die Bodenbearbeitung im Bio-Obstanbau
Alexander Bubeliny (Werneck): Präzisionshackstriegel für den Bio-Gemüsebau
Weltkind (Werneck): Imbiss- und Verkaufsanhänger
Biohof Schleerieth: Getreidereiniger
Lindenhof (Hambach): Planwagen für Fahrten zum Brönnhof
Kindergarten St. Bartholomäus (Greßthal): Nutzgarten für Bio-Gemüse
Grundschule Geldersheim: Anbau biologischer Lebensmittel