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Es geht um die Bio-Zukunft

Vorschlag der Kommission muss zügig umgesetzt werden!

Projekt: Öffentlichkeitsarbeit
Kühe auf der Weide
Im letzten Jahr wurde die Auslegung der Weidepflicht deutlich verschärft
© LVÖ

Thomas Lang, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern kommentiert: „Dieses Jahr war für etliche Bio-Betriebe ein Jahr des Bangens, Wartens und Hoffens. Wir begrüßen ausdrücklich den nun vorgelegten Vorschlag der Kommission zur rechtlichen Klarstellung bezüglich des Auslaufs für Junggeflügel und weiterer Vorgaben für die Bio-Geflügelhaltung– hier wurde eine absolut notwendige Korrektur vorgenommen. Wir appellieren an Rat und Parlament, die vorgelegten Änderungen im Basis-Recht schnell auf den Weg zu bringen, damit zumindest in Teilen das Bangen und Hoffen ein Ende hat. Wir unterstützen auch den grundsätzlichen Vorschlag der Kommission, im Rahmen einer europäischen Auslegung die Regelungen für die Weidehaltung zu flexibilisieren. Hier ist nun aber auch Tempo dringend gefragt: Wir brauchen besser heute als morgen praktikable Lösungen für die bayerischen Bio-Bäuerinnen und -Bauern, die ihnen die benötigte Flexibilität bei der Umsetzung der Weide geben.“

 Klarstellungen für Bio-Tierhalter in Sicht

Bezüglich der Weidepflicht für alle Tiergruppen lehnte die Kommission eine Änderung im Basisrecht ab. Die geltenden Bestimmungen der Verordnung (EU) 2018/848 würden nach Ansicht der Kommission Bio-Landwirten bereits Flexibilität hinsichtlich des Weidezugangs gewähren. Jedoch zeigt sich die Kommission im Rahmen der Roadmap bereit, im ersten Halbjahr 2026 ihre Interpretation auf europäischer Ebene anzupassen und eine konkrete Flexibilisierung herbeizuführen. Deutliche Erleichterungen sind für Bio-Geflügelhalter geplant. Der vorgelegte Änderungsvorschlag sieht unter anderem vor, den kontinuierlichen Zugang zu Frischluft an die Bedingung zu knüpfen, dass die Tiere bereits ausreichend befiedert sein müssen, so dass sie ihre Körpertemperatur im Freien regulieren können. Beim Thema Auslaufüberdachung besteht noch Nachholbedarf: Im Rahmen der Roadmap werden auch hier Vereinfachungen angestrebt, besonders für schweinehaltende Betriebe. Das ist begrüßenswert, muss jedoch auch für andere Tiergruppen gelten.

 Den Worten schnell Taten folgen lassen

Die LVÖ Bayern setzt sich intensiv dafür ein, pragmatische und gangbare Wege für die bayerischen Bio-Betriebe zu finden. Denn jeder Betrieb, der aufgrund einer strengeren Auslegung der EU-Öko-Verordnung die ökologische Landwirtschaft aufgeben muss oder dies bereits getan hat, hat seine individuelle Geschichte und ist nicht nur ein Verlust für die Bio-Branche, sondern im Sinne von Umwelt- und Naturschutz für die gesamte Gesellschaft. Der gesamte Prozess hat vor allem im vergangenen Jahr zu einer massiven Verunsicherung vor allem für tierhaltende Bio-Betriebe geführt. Dies gilt es jetzt durch klare Taten wieder zurechtzurücken und somit auch wieder Vertrauen zu gewinnen.

 Hintergrund:

Am 16. und 17. Dezember legte die Kommission ihre Vorschläge zur Vereinfachung der EU-Öko Verordnung vor, begleitet von einer Roadmap. Die EU-Öko Verordnung ist das zentrale Regelwerk für die ökologische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion in der EU. Sie legt fest, wie Bio-Produkte erzeugt, kontrolliert, importiert und gekennzeichnet werden müssen, um einen hohen Standard zu gewährleisten und Verbraucher vor Irreführung zu schützen. Dazu legt die Verordnung Regeln für Anbau, Tierhaltung, Verarbeitung und einheitliche Kennzeichnung fest. Um nun schnell wieder Rechtssicherheit für die bayerischen Bio-Betriebe zu schaffen, müssen der Rat der EU und das EU-Parlament die vorgelegten Pläne zügig beschließen.

 Die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ Bayern) vertritt als Dachverband der Bio-Verbände Bioland, Naturland, Biokreis und Demeter die Interessen des Ökolandbaus in Bayern. In Bayern wirtschaften aktuell rund 12.000 landwirtschaftliche Betriebe auf einer Fläche von rund 428.000 ha nach den Richtlinien für den ökologischen Landbau. Hinzu kommen rund 5500 Bio-Betriebe in Verarbeitung und Handel. Mehr Informationen auf www.lvoe.de

 Maria Lena Hohenester, Geschäftsführerin

+49 89 4423190-11

maria.hohenester@lvoe.de

Landesvereinigung für den
ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ)
Landsberger Straße 527
81241 München

Pressemitteilung der LVÖ  vom 18. 12. 2025

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