Der Wurmkompost ist dabei ein besonders hochwertiger Kompost. Wurmkompost ist im Grunde weder Kompost noch Erde, sondern vielmehr eher ein Dünger mit einer vielfältigen und artenreichen Mikrobiologie. So enthält die Lebensgemeinschaft eines Wurmkomposts alle Komponenten, die zur Entstehung einer solchen Mikrobiologie im Boden notwendig sind. Die Wurmkompostierung bringt neue Vitalität in das Bodennahrungsnetz unserer Äcker, Wiesen und Gärten zurück.
Wie die Anwendung des Wurmkomposts genau aussehen kann, erklärte Hans Söhl beim Seminar „Wurmkompost in der Praxis“ in Obertaufkirchen.
Grundsätzlich stehen den Anwendern mehrere Möglichkeiten offen. Neben der direkten Ausbringung des Wurmkomposts, eignen sich für eine großflächigere Ausbringung insbesondere Komposttee und Kompostextrakt. Während beim Komposttee Mikroorganismen vermehrt werden, werden beim Wurmextrakt Inhaltstoffe ausgeschwemmt. Der Vorteil vom Extrakt ist dabei nicht nur das schnelle und einfache Verfahren der Herstellung, sondern auch die höhere Wirksamkeit. Der Extrakt ist bereits nach etwa einer Viertelstunde fertig, der Komposttee braucht dagegen 24 bis 48 Stunden. Hans Söhl schätzt die Wirksamkeit des Komposttees bei nur 50%. Hier sind viele mikrobiellen Wechselwirkungen nicht ausreichend geklärt. Ein laufendes Forschungsprojekt soll hier mehr Wissen schaffen.
Aber auch im Garten lässt sich Extrakt gut einsetzen: Einfach in einen Trichter mit feinem Netz/Gitter eine Hand voll Wurmkompost geben, Wasser draufschütten, welche die Inhaltstoffe, ähnlich einem Kaffeefilter, durch den Filter spülen. Fertig ist das Gießwasser.
Für die Ansaat oder das Vereinzeln von Jungpflanzen kann man die Presstöpfe direkt aus Wurmkompost herstellen. Beim Setzen der Jungpflanzen hebt man später ein Loch aus, gibt eine Schaufel Wurmkompost dazu, dann etwas von der ausgehobenen Erde oben drauf und dann setzt man die Jungpflanze im Erdtopf ein. Eine gute Basis für das Pflanzenwachstum.