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„Schmeckt gut, bitte mehr!"

Biobauern verkosten regionale Bio-Bolognese-Soße

Projekte: Bio-Bruderhahn-Produkte, Regionale Wertschöpfungsketten
Gruppe von Menschen sitzt am Tisch
Gute Stimmung beim Stammtisch mit Verkostung der Öko-Modellregion
© Simone Kuhnt

Die guten Rückmeldungen bestätigen die Öko-Modellregion in ihrem Vorhaben, nach dem regionalen Bio-Streuobstwiesen-Apfelsaft das nächste gemeinsame Produkt auf den Markt zu bringen. Etliche Direktvermarkter wollen die in der Heimat produzierte Bio-Fertigsoße nun in ihren Hofläden anbieten. Das Besondere: Das reichlich darin enthaltende Hackfleisch stammt von Hähnchen aus der Region – genauer gesagt von Bruderhähnen. „Das sind die Brüder unserer Bio-Legehennen, die als männliche Küken aus dem Ei geschlüpft sind und keine Eier legen“, erklärt Simon Strangmüller. Der landwirtschaftliche Ansprechpartner der Öko-Modellregion hält selbst Bio-Legehennen. Deren Brüder werden im Biobereich in darauf spezialisierten Betrieben gemästet – zum Beispiel auf dem Biohof von Florian Berger in Bad Birnbach.

„Ihr Fleisch wird vorrangig von Küchenprofis verarbeitet. Es eignet sich vor allem als Hackfleisch und wird unter anderem für Babynahrung verwendet“, weiß Simon Strangmüller. Er bietet schon jetzt Bruderhahn-Bolognese in seinem Hofladen an, allerdings nicht aus der Region, weil es eine solche bisher nicht gibt. Das will er nun ändern. Strangmüller wird deshalb bald die regional hergestellte Soße verkaufen, für die bilanziell auch die Brüder seiner Hennen verarbeitet wurden: „Damit schließen wir den Kreis“, freut er sich. Ebenso sieht es sein Berufskollege Sebastian Egger vom Nachbarhof in Bad Griesbach, der mit guter Nachfrage rechnet. Auch Biogärtnerin Claudia Haspelhuber will mit den Gläsern vom Kammermeier ihr Sortiment erweitern.

Brut und Schlachtung der Bio-Bruderhähne finden im oberösterreichischen Kremsmünster statt. Der dort angesiedelte Geflügelbetrieb Eiermacher decke mit Partnerbetrieben große Teile Österreichs und Süddeutschlands ab und beliefere unter anderem HIPP und IKEA, informierte Simon Strangmüller.

 „Das Projekt Bio-Bruderhahn-Bolognese zeigt, wie regionale Wertschöpfung funktionieren kann, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen“, sagt Jenny Mähr, Managerin der Öko-Modellregion ILE an Rott & Inn, „trotz der Landkreis- und Landesgrenzen, die überschritten werden, belaufen sich die Transportwege auf nur etwa 50 bis 100 Kilometer.“

Für die besondere Bolognese-Soße gebe es bereits jetzt auch in den benachbarten Öko-Modellregionen Rottal-Inn und Passauer Oberland interessierte Direktvermarkter, betonte Jenny Mähr. Sie informierte die versammelten Biobauern auch über den aktuellen Stand beim Aufbau einer Wertschöpfungskette für regionales Bio-Rindfleisch: Metzger Kammermeier bietet hier flexibel verschiedene Verarbeitungs- und Verkaufsvarianten an. Wer ein Rind vermarkten will, kann sich jederzeit an ihn wenden. Der Öko-Modellregion schwebt insbesondere ein tiefgekühlter Burger-Patty aus regionalem Bio-Rinderhackfleisch vor. „Super zum Grillen und für die Pfanne. Burger mag fast jeder“, betont Jenny Mähr. Die Patties könnten dann – wie bald die Bruderhahn-Bolognese – unter dem REGIONAL-GENUSS-Label in Kammermeiers Online-Shop und vor allem in Hofläden verkauft werden. Zunächst aber wird in ein paar Wochen die Bruderhahn-Bolognese in einige Hofläden einziehen.

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