Bernhard Wagner (36), der Anfang Juli in Aigen a.Inn den 24/7-Nahversorger-Shop „Land-Leben“ eröffnet hat, bekommt die Ladenausstattung für Bio-Produkte bezuschusst, insbesondere Regale und Kühlmöglichkeiten. „Er hat den Anspruch, einen möglichst hohen Anteil bio-regionaler Produkte in sein Sortiment mitaufzunehmen. Das freut natürlich auch uns von der Öko-Modellregion“, sagt Jenny Mähr. „Bis jetzt ist es super angelaufen, die Leute nehmen den Selbstbedienungsladen an“, erzählt Betreiber Bernhard Wagner, der mit seiner fünfköpfigen Familie im nahen Malching lebt. Jahrelang war er genervt davon, für jede Kleinigkeit ins Auto steigen zu müssen, die Fahrt zum nächsten Lebensmittelgeschäft dauert jedesmal mindestens 15 Minuten einfach. Mit dem Nahversorger-Laden will Wagner für sich und seine Mitbürger die Lebensqualität auf dem Land steigern. „Die Familie Fischer stellt ihre Räumlichkeiten zu fairen Konditionen zur Verfügung, und sehr dankbar bin ich auch für die Unterstützung von Bürgermeister Tobias Kurz und der Öko-Modellregion“, sagt Bernhard Wagner. Vor Kurzem hat er eine Klima-Anlage eingebaut.
Familie Huber aus Neuburg-Dommelstadl kann sich freuen über eine Finanzspritze zur Anschaffung eines Getreideflockers. Damit kann Julia Huber ihre eigenen Hafer-, Buchweizen- und Dinkelflocken nun in größeren Mengen herstellen, anstatt wie bisher in mühseliger Handarbeit. Getreideflocken sind nur eines von vielen Produkten, welche die Hubers in ihrer „Kaltschmidt`s Biohüttn“ per Selbstbedienung zum Verkauf anbieten. Einen weiteren Zuschuss gibt`s für einen Kassenautomat, der den Kunden das Bezahlen und die Wechselgeldrückgabe erleichtert. Zudem vereinfacht das Kassensystem die Abwicklung, was besonders zum Tragen kommt, weil die Hubers ständig ihre Produktpalette erweitern. Seit diesem Sommer gibt es zusätzlich Bio-Grillfleisch und Würstel – derzeit eine der wenigen Möglichkeiten, Bio-Grillfleisch aus der Region zu bekommen. Bald soll es auch Käse aus der hofeigenen Bio-Milch geben.
Simon Strangmüller, der auf dem Geigerhof bei Bad Füssing Legehennen hält, Kartoffeln anbaut und einen Hofladen betreibt, ist dabei, sein Hähnchen-Angebot auszubauen. Aktuell mästet er kleinere Mengen (Brat-)Hähnchen auf Vorbestellung. Um mehr Kunden bedienen zu können, hat er sich um eine Förderung für die Ausstattung eines Schlacht- und Verpackungsraums beworben – und vom Entscheidungsgremium den Zuschlag bekommen.
Julia und Sebastian Egger vom Nachbarhof in Bad Griesbach bekommen eine Nachrupfmaschine für Wassergeflügel gefördert. Diese erleichtert es dem Paar, Enten und Gänse nach dem Schlachten rückstandsfrei und schneller zu rupfen. Die Eggers schlachten nicht nur eigenes Geflügel, sondern auch im Auftrag von anderen Höfen und Privatpersonen. Gleich an der Hofeinfahrt sichtbar ist ihr Hofladen, dessen Sortiment sie laufend erweitern.
Bereits im Frühjahr genehmigte das Entscheidungsgremium der Öko-Modellregion Anschaffungen der ökosozialen Confido-Initiativen in Bad Griesbach, eines Landwirts in Rotthalmünster, der Pilzzüchterin Ingrid Westner in Bad Griesbach sowie eines Landwirts in Ruhstorf.
Text: Simone Kuhnt im Auftrag der Öko-Modellregion ILE an Rott & Inn