Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung
Pflanzenbetonte und flexitarische Ernährung, personalisierte Ernährung sowie nachhaltige und klimafreundliche Speisen zählen zu den wichtigsten Ernährungstrends. Für Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung eröffnen diese Entwicklungen die Chance, ihr Speisenangebot zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, den Bedürfnissen ihrer Gäste gerecht zu werden und neue Zielgruppen anzusprechen. Auch Bio-Lebensmittel gewinnen beim Außer-Haus-Verzehr zunehmend an Bedeutung: Laut dem Ernährungsreport 2025 ist für 40 Prozent der Deutschen Bio ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl eines gastronomischen Angebots. Während Regionalität je nach Verständnis unterschiedlich ausgelegt werden kann, steht Bio für einen klar definierten, gesetzlich geregelten und unabhängig kontrollierten Standard. Das schafft Transparenz, stärkt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher und gewährleistet nachvollziehbare Qualitätsstandards.
Bio-regionales Speeddating: Kontakte knüpfen, Partnerschaften stärken
Beim diesjährigen bio-regionalen Speeddating stellten rund zehn Bio-Betriebe aus der Region ihre Produkte und ihr vielfältiges Sortiment vor. Die Auswahl reichte von Leberwurst-Schnittchen und Ziegenkäse über Eier und Brotchips bis hin zu verschiedenen Kürbissorten, Salaten und weiterem saisonalem Gemüse. Ebenso vielfältig wie die Produktpalette waren die Gespräche: Eine Frischeküche aus einer Kita tauschte sich mit Erzeugerbetrieben aus, ein Betrieb lotete Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit mit anderen Bio-Betrieben aus und verschiedene Großhandelsunternehmen – sowohl mit nationaler Ausrichtung als auch mit regionalem Schwerpunkt – knüpften Kontakte zu potenziellen Lieferanten. In jeweils zehnminütigen Kennenlernrunden standen Fragen zu möglichen Liefermengen, zum konkreten Bedarf und zur Verfügbarkeit saisonaler Produkte im Mittelpunkt.
Mehr regionales Bio: Wunsch, Realität oder Utopie?
Da die Runde kleiner ausfiel als erhofft, nutzten wir die Gelegenheit, genauer auf die Chancen und Herausforderungen bio-regionaler Lieferbeziehungen einzugehen. Im moderierten Dialog zwischen Handel und Erzeugerbetrieben standen konkrete Fragen im Mittelpunkt: Welche Produkte, Mengen und Qualitäten werden benötigt? Wie wichtig sind verlässliche Liefermengen, frühzeitige Absprachen und eine gute Kommunikation? Und wie können aus ersten Kontakten langfristige Geschäftsbeziehungen entstehen?
Die Erfahrungen aus den Küchen zeigen, dass vor allem gut verfügbare und lagerfähige Produkte wie Nudeln und Milchprodukte, aber auch frische Lebensmittel wie Salate und Gewürze für die Umstellung interessant sind. Schwieriger gestaltet sich die Beschaffung bei Produkten wie Kartoffeln, Zwiebeln oder Karotten, wenn notwendige Verarbeitungsstrukturen fehlen und die regionale Herkunft entlang der Lieferkette schwer nachvollziehbar ist.
Mehr regionale Bio-Lebensmittel auf den Teller zu bringen, ist daher auch in Unterfranken mit Herausforderungen verbunden. Fehlende Verarbeitungsstrukturen und teilweise erhebliche Preisunterschiede zu konventionellen Lebensmitteln erschweren die Umsetzung. Utopisch ist das Ziel dennoch nicht: Es braucht engagierte Akteurinnen und Akteure, die gemeinsam Lösungen entwickeln, Kooperationen aufbauen und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Ebenso entscheidend ist eine breite Bewusstseinsbildung für den Wert von Bio-Lebensmitteln.