EU-Schulprogramm - Obst, Gemüse und Bio-Heumilch  

Beliebt, aber durch Corona ausgebremst    

Projekt: Bio-regionale Lebensmittel

Obst und Teller und Kinder

Kinder und Schulobst, Gemüse und Milch
© Ellmeier

Das Schulprogramm Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte gibt’s es europaweit seit 2017. Kindergarten- und Grundschulkinder erhalten wöchentlich kostenlos Obst und Gemüse sowie Milch und Milchprodukte. Auch in der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland wird diese Förderung gerne von Schulen und Kindergärten in Anspruch genommen. Doch seit Ausbruch der Coronapandemie ist dieses Angebot auf Eis gelegt. Zu schwierig war lange die Planung für die Lieferanten. Jetzt laufen die Auslieferungen wieder an.

Das EU-Schulprogramm - Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte für Bayerns Kinder

Ziel dieses Programms ist die Steigerung der Wertschätzung von Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten bei Kindern. Dadurch soll auch die Entwicklung eines gesundheitsförderlichen Ernährungsverhaltens gefördert werden.
Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 4 und Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt in Kindergärten erhalten bevorzugt regionales und saisonales Obst, Gemüse, Milch und ausgewählte Milchprodukte. Das EU-Schulprogramm gibt es seit dem Schuljahr 2017/2018 und wird aus Landes- und EU-Mitteln finanziert.


Beliebt bei der Jugend

Über alle Altersstufen hinweg ist das Angebots äußerst beliebt. Besonders übers Obst freuen sich die Kinder sehr. Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten waren in den vergangenen Jahren Äpfel die am weitesten verbreitete Frucht, gefolgt von Birnen, Pflaumen, Pfirsichen, Nektarinen, Orangen, Erdbeeren und Bananen.
Karotten, Tomaten, Gurken und Paprika waren die beliebtesten Gemüsesorten.

Jedoch halten die engagierten Lehrkräfte und Betreuer die Kinder immer wieder dazu an, Neues zu probieren und es mit allen Sinnen zu erfahren. Begleitend werden weitere pädagogische Maßnahmen wie Ausflüge zu Bauernhöfen oder das Anlegen von Schulgärten angeboten. Auch gibt es Kochkurse, Unterricht mit Ernährungsberatern, Spiele und vieles mehr.


Teilnamebedingungen

Einrichtungen (Schule, Kindergarten, Haus für Kinder) können jederzeit in das EU-Schulprogramm einsteigen. Die Belieferung mit Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten ist allerdings nur durch zugelassene Lieferanten möglich. Diese kennen die erforderlichen Voraussetzungen und haben auch die notwendigen Anträge parat. An welchem Wochentag und mit welchen Produkten die jeweilige Einrichtung beliefert wird, wird individuell mit dem Lieferanten vereinbart. Eine (schul)wöchentliche Lieferung ist grundsätzlich erwünscht.


Lieferanten in der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland

Bio:
· BioGut Wallenburg Wallenburg 79a 83714 Miesbach 08025/996465
· Bio Terra Markt Wagnerbreite 7 83607 Holzkirchen 08024/3030900
· Evas Paradiesgarten Allgaustr. 50 83666 Waakirchen 01733/516556
· Naturkäserei Tegernsee Reißenbichlweg 1 83708 Kreuth 08022/1883520 (Bio-Heumilch und Joghurt)

Weitere:
· Fruchthalle Großhandel Rathausstr. 1 83734 Hausham 08026/9225738
· Max Wunderlich Früchtegroßhandel Tegernseer Str. 21 83703 Gmund 08022/96390


Gutes Beispiel: Sonderpädagogisches Förderzentrum ANTON-WEILMAIER-SCHULE in Hausham

Seit Jahren schon mit dabei ist das Förderzentrum in Hausham. Für Schulleiterin Bärbel Lang ist es eine Selbstverständlichkeit, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen: „Eine gesunde Ernährung gehört zum ganzheitlichen Konzept unserer Schule. Wir bauen das auch immer wieder im Unterricht mit ein.“

Auch Martina Praschak, Fachlehrerin für Ernährung und Soziales, liegt das EU-Schulprogramm besonders am Herzen. Sie ist für die Umsetzung und die wöchentliche Verteilung in der Schule zuständig.
„Innerhalb des Fachunterrichtes nehmen die Schüler die Lebensmittel in Empfang, teilen die Lebensmittel entsprechend der Schülerzahl der einzelnen Klassen auf und bringen es in die einzelnen Klassenzimmer. Dort werden sie gewaschen, zerteilt und verspeist. Die Milch gibt’s in den Bechern der Kindern. Oft werden die Gemüse- und Obstsorten mit den Lehrkräften besprochen und alle Schüler zum Probieren angehalten“, so Praschak.

Zusätzlich gibt es auch Projekte innerhalb der Klassen zu gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit. Jede Lehrkraft setzen sie individuell um.
Kürzlich gab es ein Kunstprojekt in einer ersten Klasse: „FOODART“. Kunstwerke aus verschiedenen Gemüsesorten wurden achtsam erstellt und anschließend genossen.
Eine weiteres kreatives Projekt um Nachhaltigkeit ins Bewußtsein zu bringen, führte kürzlich eine siebte Klasse durch: die Schüler bastelten gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Insektenhotels.

Die Kinder sind begeistert von diesen Aktionen. Ebenso wie vom Obst und Gemüse aus dem EU-Schulprogramm. „Bei unseren Schülern kommt von den gelieferten Lebensmitteln am besten das Obst an. Aber auch Gurken und Paprika. Doch es gibt auch mal einen Radi. Den probiert dann jeder. Dazu halten wir unsere Schüler auch an. Erfahrung ist wichtig“, so Martina Praschak. „Leider gabs jetzt dieses Angebot seit gut einem Jahr nicht mehr“.


Schulobst und Corona

Aufgrund der Coronapandemie war der Kindergarten- und Schulbetrieb äußerst eingeschränkt. Generell ist eine Lieferung an Schulobst nur bei einem Inzidenzwerten unter 165 erlaubt. Notbetreuungen konnten grundsätzlich nicht im Rahmen des Förderprogramms beliefert werden. Dazu kamen die starken Schwankungen der Kinder- und Schülerzahlen. Das machte die Planung für Lieferunternehmen im letzten Jahr schwierig.

Andreas Rüschoff von BioGut Wallenburg in Miesbach ist zuständig für das EU-Schulprogramm. „Wir brauchen die Sicherheit, dass die Schulen geöffnet sind und konstante Schülerzahlen. Nur so können wir die Anträge stellen und bekommen unsere Kosten auch ersetzt“, so Rüschhof.
„Das Angebot fehlte im letzten Jahr sehr“ bedauert auch Martina Praschak von der Anton-Weinmeier-Schule.

Sowohl das Team der Schule in Hausham als auch BioGut Wallenburg blicken aber voller Zuversicht auf die kommenden Wochen und dann auch auf´s nächste Schuljahr. Schon jetzt ist in einigen Schulen und Kindergärten die Lieferung wieder angelaufen. Mit dem Präsenzunterricht an allen Schulen ist das wieder möglich. So ist wieder mehr Planungssicherheit gegeben und das EU-Schulprogramm kann wieder in Anspruch genommen werden. Die Lieferanten freuen sich auf eine rege Nachfrage.


Beliebte Bio-Heumilch

Begonnen hat die Auslieferung jetzt auch wieder bei der Tegernseer Naturkäserei. Sie beliefert Schulen und Kindergärten, beispielsweise in Wall und Otterfing mit Bio-Heumilch und Joghurt.
Frau Caro Winkler der Naturkäserei: „Das EU-Schulmilchprogramm ist unkompliziert. Wir beliefern gern die Schulen und Kindergärten. Pro Kind gibt’s 200 ml Milch und 150 g Joghurt wöchentlich. Und unsere Bio-Heumilch ist qualitativ das hochwertigste was es auf dem Markt gibt“.


Infos und Kontakt

Obwohl schon viele Schulen und Kindertageseinrichtungen in der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland daran teilnehmen, motiviert Kathleen Ellmeier immer wieder Eltern, Elternbeiräte und Lehrer, dieses Angebot zu nutzen.
„Eigentlich eine tolle Sache. Genau das, was wir von der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland wollen: Wertschätzung für bio-regionale Lebensmittel. Und auch noch kostenlos für die Jugend, dank Länder- und EU-Gelder“.

Infos gibt’s direkt beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Oder auch einfach bei den oben genannten Lieferanten. Sie kennen die erforderlichen Voraussetzungen und haben auch die notwendigen Anträge parat.

Oder einfach bei Kathleen Ellmeier unter Email: kathleen.ellmeier@smg-mb.de.

11.06.2021

Region: Miesbacher Oberland