Schüler in Ottobeuren ackern für eine gesunde Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit

Freie Förderplätze für Bildungsprogramm AckerSchule - Für eine Generation, die weiß, was sie isst!

In der AckerKita sitzen die Kinder unter dem Palmkohl
© Katharina Kühnel/ Something that Remains

Was ist eigentlich Mangold? Wann und wie werden Kartoffeln geerntet? Was macht der Regenwurm im Boden? Und wie kommt die Möhre vom Acker über den Handel auf den Teller?
Ob auf dem eigenen Acker oder im Klassenzimmer – innerhalb des Bildungsprogramms der GemüseAckerdemie säen, pflegen, ernten, essen und vermarkten Kinder und Jugendliche, im Kindergarten oder in der Schule, ihr eigenes Gemüse und gehen diesen Fragen auf den Grund. Über ein Jahr hinweg werden bis zu 30 Gemüsearten angebaut. Dabei erleben sie, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie diese wachsen, mit dem Ziel, eine junge Generation für eine gesunde Ernährung, Natur und Nachhaltigkeit zu begeistern.

In Ottobeuren ackern Grundschüler für ihr eigenes Gemüse
Bereits seit vier Jahren bauen die Grundschüler in Ottobeuren auf einem Ackerstück beim Haus der Pflege St. Josef ihr Gemüse selber an. Im letztem Jahr wurde der Schulacker in das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie integriert und ist nun eine von bayernweit rund 90 AckerSchulen. Monika Orf leitet das Kursangebot der GemüseAckerdemie an der Offene Ganztagsschule Ottobeuren, unter der Trägerschaft des Kreisjugendrings und der VG Ottobeuren als Sachaufwandsträger. Ihr ist es eine Herzensangelegenheit den Kindern die Freude und Arbeit am Anbau vom eigenen Gemüse zu vermitteln. Das Thema Gemüse steht auch in der 2. Jahrgangsstufe im Lehrplan und wird mit den Kindern der Grundschule in Ottobeuren ganz praktisch auf dem eigenen Acker bearbeitet. Jede Woche betreut eine andere Klasse im Wechsel in je einer Doppelstunde die Pflanzen. Durch dieses Konzept begleiten die Schülerinnen und Schüler mit allen Sinnen „ihr“ Gemüse von der Aussaat bis zur Ernte, lernen neue Gemüsesorten kennen, erleben den unverfälschten Geschmack frisch geernteter Lebensmittel und erfahren, wann welches Gemüse wie wächst. Nicht zuletzt auch durch die bei der Pflege notwendige Arbeit, steigt die Wertschätzung. „Das Projekt zieht auch außerhalb der Schule Kreise: Die Kinder tragen ihre Begeisterung ins Elternhaus, nehmen bis dahin unbekannte Gemüsesorten mit nach Hause, essen auch bisher eher ungeliebtes Gemüse – wie uns Eltern erzählen“, berichtet Monika Orf.

Ökomodellregion Günztal unterstützt auf dem Weg zur AckerSchule oder AckerKita
„Ich bin begeistert und beeindruckt vom Engagement von Frau Orf und der Grundschule in Ottobeuren“, freut sich Rebecca Schweiß, Managerin der Öko-Modellregion Günztal, als ihr der ca. 300 m² große Schulacker gezeigt wurde. Die Äcker werden in der GemüseAckerdemie nach den ökologischen Prinzipien bewirtschaftet. Es wird ökologisches Saat- und Pflanzgut aus der Region verwendet und nur natürliche Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Darüber hinaus spielen Biodiversität, Sortenvielfalt und der Boden eine wichtige Rolle. „Daher fügt sich das Programm GemüseAckerdemie sehr gut in die Öko-Modellregion Günztal ein. Es wäre toll, wenn wir noch weitere Schulen und Kindergärten im Günztal für das Bildungsprogramm gewinnen können“, sagt Rebecca Schweiß.

Werden Sie aktiv – Förderplätze für den eigenen Gemüsegarten
Um den eignen Gemüsegarten in der Schule oder im Kindergarten zu realisieren, stellt das Team der GemüseAckerdemie alles Notwendige zur Verfügung: Hilfe bei der Ackersuche und –einrichtung, Lieferung von Saat- und Pflanzgut, umfangreiche Bildungsmaterialien und vieles mehr. Dadurch können auch Lehrer*innen/ Erzieher*innen und Kinder ohne gärtnerische Vorkenntnisse ackern. Für das Programm AckerSchule gibt es aktuell die Möglichkeit, einen 2 Jahre geförderten Platz für 2021 zu gewinnen. Finanziert wird das Projekt in Bayern gemeinsam mit der AOK.

Sie sind eine Schule oder Kindergarten und hätten gerne ihren eigenen Gemüsegarten? Oder Sie wünschen sich für ihre Kinder die Möglichkeit ihr eigenes Gemüse anzubauen? Dann kommen Sie gerne auf Rebecca Schweiß oder die regionale Ansprechpartnerin der GemüseAckerdemie, Julia Leinweber (j.leinweber@ackerdemia.de; 0159/06133340) zu.

16.11.2020

Region: Günztal