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Martin Urban – Mit Herz und Verstand für die ökologische Landwirtschaft

Der Weg zum Bio-Landbau

Martin Urban
Martin Urban
© Daniel Delang, Öko-Modellregionen Bayern

Neue Wege im Arbeitsalltag
Im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft empfindet Martin den Ökolandbau heute als weniger aufwendig und beinahe genauso ertragreich. Kunstdünger muss er nicht mehr streuen, und auch der Einsatz von Spritzmitteln entfällt. Entscheidend ist für ihn das richtige Timing beim Striegeln: Sowohl das blinde Striegeln, wenn die Saat noch nicht aufgelaufen ist, als auch das Striegeln im Dreiblattstadium erfordern Erfahrung – gelingt es, bleibt das Getreide fast frei von Beikräutern und gedeiht prächtig. Besonders beeindruckt Martin, wie lebendig sein Boden geworden ist: Die Zahl der Regenwürmer hat sichtbar zugenommen, der Boden ist deutlich aktiver. Für ihn steht fest: Es funktioniert sehr gut ohne chemisch-synthetische Hilfsmittel. Zusätzlich bewertet er die neue Form der Bewirtschaftung als ein Stück Unabhängigkeit, auch im Hinblick auf internationale Abhängigkeiten wie etwa bei Düngemitteln.

Herausforderungen und Visionen
Ganz ohne Schwierigkeiten geht es auch im Bio-Landbau nicht. Die Vermarktung und Lagerung der eigenen Ernte bedarf Know-how und guter Infrastruktur – Martin hat deshalb mehrere Silos zur Eigenlagerung angeschafft und kümmert sich selbst um die Qualitätskontrolle. Sein Getreide wird über Naturland vermarktet. Zuviel Bürokratie und ein mangelndes Bewusstsein für die Bedeutung landwirtschaftlicher Flächen im Alltag der übrigen Bürger sieht Martin nicht nur positiv: Manchmal ärgert er sich über Abfall auf den Feldern und gesetzwidrig abgeladene Sperrmüllreste. Er wünscht sich einen respektvollen Umgang und gegenseitige Wertschätzung zwischen Regensburger Bürgern und Landwirten. Das klappt häufig gut, aber nicht immer: Vielen fehlt das Bewusstsein dafür, zum Beispiel die Hunde nicht über den Acker laufen zu lassen. Hier würde sich  Martin Urban mehr Achtsamkeit wünschen.

Familie und Zukunft
Sein Wissen und seine Leidenschaft gibt Martin gern an die nächste Generation weiter. Seine Kinder begleiten ihn regelmäßig aufs Feld und er unternimmt viel um ihnen zu vermitteln, wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert. Der Plan, einen Agroforst anzulegen, scheiterte zwar zunächst an fehlenden Flächen und finanziellen Hürden, doch an seinem Engagement hält Martin fest. Für ihn ist die Umstellung auf Bio alternativlos – die Art wie Landwirtschaft betrieben werden sollte, gleichzeitig machbar und sinnvoll. Sein Fazit: Gründliche Vorbereitung macht vieles einfacher, und die Bestätigung kommt durch den sichtbaren Erfolg auf dem eigenen Land. Mit viel Idealismus und Pragmatismus baut Martin Urban an einer ökologischen Zukunft, die für ihn und seine Familie stimmig ist – und der Region zugutekommt.

 

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