Im ersten Teil erklärte Manuel Böhm die Grundsätze der regenerativen Landwirtschaft mit Fokus auf den Erhalt der Bodenstruktur. Ausschlaggebend hierfür sei ein dauerhafter Pflanzenbewuchs, den man mit Hilfe von Untersaaten, Zwischenfrüchte und Gemengeanbau gewährleisten könne. Besonders wichtig sei eine konservierende Bodenbearbeitung, um die Bodengare zu erhalten, betonte der Referent. Im Blick halten sollten Landwirte auch eine ausreichende Nährstoffversorgung. Hier gelte, es vor allem das Calcium-Magnesium-Verhältnis und den Schwefelgehalt zu beobachten. Hilfreiche Daten liefere die „Albrecht-Analyse“.
Im Anschluss stellte Praktiker Andreas Hager seine Landwirtschaft vor. Er ging auf die Historie des Betriebs ein und zeigte Probleme auf, die aus der intensiven Vorbewirtschaftung herrühren. Mit klug gewählten Maßnahmen konnte er auf seinen Flächen deutliche Verbesserungen erzielen, welche er mit eindrucksvollen Fotos belegte. Seine Flächen sind sehr erosionsgefährdet, weshalb er hofnahe Flächen mit Agroforst und dauerhafter Begrünung stabilisiert. Seine Motivation ist das Ziel eines lebendigen Hoforganismus. Eine vernetzte Landwirtschaft mit großer Artenvielfalt und lebendigen Boden überstehe die „Launen der Natur“ besser und sorge für stabile Erträge, erklärte Andreas Hager.
Nach der Mittagspause ging Manuel Böhm verstärkt auf das Thema Zwischenfrüchte ein und zeigte die Möglichkeiten des Nährstofferhalts. Wichtig sei die Zusammenstellung der Mischungen für Untersaaten und Zwischenfrüchte. Mit den passenden Arten könne man das Bodenleben bis zum Ausbringen der Folgekultur optimal mit Nährstoff versorgen. Außerdem spiele der Zeitpunkt des Umbruchs und die Art der Einarbeitung eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Hauptfrucht.
Da die Fragen der gespannten Zuhörer ausführlich beantwortet wurden, verschob Organisator Simon Strangmüller von der Öko-Modellregion ILE an Rott & Inn das Ende des Seminars kurzerhand von 15.30 auf 17.30 Uhr. Im Anschluss kamen bereits die ersten Wünsche nach einer Wiederholung solch eines Termins in Form einer Felderbegehung in den Sommermonaten auf.