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Soja und Lupinen liegen im Eiweißertrag an der Spitze

Arbeitsgruppe „Regionales Eiweiß“ will Milchbauern zum Anbau von heimischem Eiweißfutter ermutigen

Projekte: Gemeinsame Projekte in der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit
Eiweißpflanze aus dem Mittelmeerraum: Weiße Lupine
Eiweißpflanze aus dem Mittelmeerraum: Weiße Lupine
© ÖMR

Die durchschnittliche bayerische Milchkuh gibt heutzutage mehr als 8.000 Liter Milch pro Jahr. Für diese Leistung reicht die Futtergrundlageaus Gras und Heuallein nicht mehr aus – die Tiere benötigen zusätzlich eiweiß- und energiereiches Futter. Dieses sollte möglichst gentechnikfrei vom heimischen Acker stammen, statt importiert zu werden. Das ist auch die Motivation der beteiligten Landwirte, sich zu vernetzen und gemeinsame Wege zu finden, wie heimisches Eiweißfutter effizient erzeugt werden kann.

Für seinen Versuch baute Mayer verschiedene Eiweißfrüchte an: Soja, weiße und blaue Lupinen, Erbsen, Ackerbohnen, Rotklee, Luzerne und Kleegras. Die Auswertung war mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden. Die Erträge mussten - beim Kleegras über mehrere Schnitte hinweg - gewogen, getrocknet und im Labor analysiert werden. Anschließend wurden Gesamtertrag, Energie- und Eiweißgehalt ermittelt und auf die jeweilige Fläche hochgerechnet. Zudem berechnete Sebastian Mayer den Anbauaufwand und die Verfahrenskosten pro Kilogramm erzeugtem Eiweiß.

Dass die Ackerbohnen keine guten Ergebnisse erzielten, war aufgrund einer Pilzerkrankung im Vorjahr zu erwarten. Überrascht waren die Teilnehmer hingegen vom guten Abschneiden der weißen Lupine. „Im Anbau war sie unkompliziert, der Boden war schneller bedeckt als bei der Sojabohne, der Unkrautdruck war geringer“, so Mayer. Die Lupine konnte beim Eiweißertrag und bei den Kosten mit der Sojabohne mithalten, die insgesamt an der Spitze der Auswertung lag. Auch die Blaue Lupine erzielte ein gutes, wenn auch etwas niedrigeres Ergebnis. Eine Schwierigkeit sieht Mayer weniger im Anbau als in der anschließenden Aufbereitung für die Milchviehfütterung, da die Lupinen wegen ihrer zähen Schale schwer zu vermahlen sind. Aus der Diskussionsrunde kam der Tipp, Lupinen vor dem Mahlen zu rösten um die Verarbeitung zu erleichtern.

Mit dem Ertrag der Erbsen zeigte sich Mayer zufrieden. Sie seien gut anzubauen, hätten aber etwas geringere Eiweißgehalte. Zukunftspotential sieht er vor allem in der Luzerne, da sie durch ihre langen Wurzeln Trockenheit gut verträgt. Allerdings müsse sie, ebenso wie Rotklee, bei der Ernte sehr schonend behandelt werden, um Blattverluste zu vermeiden. Beide Kulturen erzielten hohe Eiweiß- und Energieerträge pro Hektar. Kleegras lieferte in Mayers Versuch einen guten Eiweißertrag und sogar den höchsten Gesamtenergieertrag pro Hektar. Zusätzlich hat Kleegras eine bodenschützende Wirkung und verbessert durch Humusaufbau die Fruchtfolge.

Franz Huber, Leiter des Arbeitskreises der Ökomodellregion, bedankte sich bei dem jungen Landwirtschaftsmeister für die Vorstellung seiner Versuchsergebnisse. Er betonte, wie hoch inzwischen das Niveau der Meisterarbeiten in der Landwirtschaft sei. Mit diesem Wissen seien junge Betriebsleiter gut gerüstet, ihre Milchviehbetriebe weiter zu entwickeln und eine hochwertige Futterration aus eigener Erzeugung sicher zu stellen.

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