Obwohl sie in einem großzügigen, artgerechten Laufstall leben, war ihre Unruhe zu hören. Ulrich Mück, Agraringenieur, und Siegfried Colsmann, hatten den Anwesenden, darunter etliche Familien und Kinder, den Hof und dessen Milchkuhhaltung schon vorgestellt. Sie hatten sich für den Kurs der Volkshochschule Aichach-Friedberg angemeldet, um an diesem besonderen Tag im Leben der Kühe einmal selbst dabeizusein. Dann öffnete sich das Tor. Die Kühe stürmten nacheinander auf die Weide und galoppierten als Herde einmal im großen Bogen drumherum. Ihre zu beobachtenden Bewegungen und Sprünge waren eindrucksvoll und zeigten ihre Freude.
Ulrich Mück, kommentierte das Geschehen am Mikrofon und erläuterte das Empfinden der Kühe, wo es durch ihr Verhalten zum Ausdruck kam. Die Herde als die Sozialform der Rinder und die Weide als ihre ureigene Heimat. Spielerisch wurden Köpfe gesenkt und Hörner aneinandergelegt, um gleich danach wieder davon zu galoppieren. Als sich die Herde weitgehend beruhigt hatte, und die Tiere grasend nebeneinander weideten, gab er Erläuterungen zu Futteraufnahme, Verdauung und zum Kuhfladen als Quelle für Biodiversität. Er ging auf Fragen aus dem Publikum ein unter dem Thema: Was sie schon immer über Rinder und Weide wissen wollten. Hinweise zur Kulturgeschichte der Weiderinder und zu ihrem Verschwinden in Deutschland waren ebenso zu bekommen, wie Informationen zur Rolle der Weidetiere und des Grünlands für Vögel, Humus und Klima.
Ein rundum vergnüglicher und informativer Samstagnachmittag wurde mit Weidemilch und dem Verkauf von Weidefleisch im Hofladen des Betriebs Colsmann abgeschlossen.