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Kulinarisches Höferadeln 2026: Mit dem Fahrrad regionale Bio-Landwirtschaft erleben

Rund 40 Radlerinnen und Radler nahmen auch dieses Jahr teil

Projekt: Landwirt-Verbraucher-Dialog und Bewusstseinsbildung
Menschen in Stall
Im Milchviehstall der Familie Gartmeier
© ÖMR

Wie gedeihen Tomaten ohne Kunstdünger? Welche Symbiosen zwischen Pflanzen schützen vor Schädlingen? Und wie sieht das Leben eines Kälbchens aus? All diese Fragen wurden anlässlich der „Kulinarischen Höferadeltour" lebendig beantwortet. Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich rund 40 Teilnehmende am Biohof Schlarb, um einen Tag lang die Vielfalt der heimischen Landwirtschaft auf zwei Rädern zu erkunden.

Die Tour startete mit einer ausgiebig Hofführung. Die Besucher konnten staunen über das gärtnerische Geschick der Familie Schlarb: In den Gewächshäusern reifen verschiedenste Sorten Tomaten und Mini-Gurken (diese sind pflegeleichter wie die die großen Schlangengurken), während draußen eine ausgeklügelte Mischkultur aus Salaten, Kohl und weiteren Gemüsesorten blühte. Besonders faszinierend war die Erklärung der natürlichen Schädlingsbekämpfung und des Pflanzenverbundes – ganz bewusst verzichtet der Hof auf synthetische Düngemittel.

Über malerische Wald- und Feldwege ging es weiter nach Bad Feilnbach zur Familie Grimm. Hier empfing der Familienbetrieb die Gruppe nicht nur mit Kirschen direkt vom Baum, sondern auch mit einer liebevoll zubereiteten Brotzeit. In der kleinen, feinen, traditionellen Schnapsbrennerei des Betriebs wurde erklärt, wie das Obst zum Schnaps wird.

Der nächste Abschnitt führte über einen idyllischen Radweg nach Bad Aibling zum Milchviehbetrieb Gartmeier. Im Schatten des Obstgartens genossen die Teilnehmer erfrischende Milchgetränke und Joghurts der Molkerei Berchtesgadener Land. Das absolute Highlight des Stops war jedoch die Begegnung mit einem kaum vier Stunden alten Kälbchen, das seinen ersten Lebensabschnitt direkt mitten im Geschehen erlebte. Die Kinder durften für das junge Kälbchen einen Namen aussuchen und ältere Kälbchen wurden ausführlich gestreichelt.

Am Mirtlhof wartete eine weitere handwerkliche Herausforderung: Die Familie baut fünf verschiedene Kartoffelsorten an. Der Weg bis zum Verkauf ist steinig; viele Arbeitsschritte werden hier noch mühevoll von Hand erledigt. Der Verkaufsstand „Gmias Oim" direkt am Hof ist in Selbstbedienung, täglich geöffnet. Zwei verschiedene, sehr köstliche Kartoffelsalate standen für die Teilnehmenden zum Probieren bereit.

Den Abschluss bildete die kurze Rückfahrt zum Startpunkt. Dort wurde die Atmosphäre mit einer Verlosung einer regionalen Genusskiste gekrönt. Insgesamt legte die Gruppe etwa 40 Kilometer zurück – verletzungsfrei und voller neuer Erkenntnisse.

„Es war beeindruckend zu sehen, mit welchem Herzblut die Landwirte ihre Arbeit verrichten", bilanzierte ein Teilnehmender. Nicht selten waren ganze Familien im Einsatz, um die aktuellen Herausforderungen der biologischen Bewirtschaftung zu meistern.

Zum Abschluss der gemeinsamen Veranstaltung mit dem Mobilitätsmanagement der Stadt Kolbermoor und der Öko- Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein wurden die zentralen Ziele der Öko-Modellregion hervorgehoben: Das Bewusstsein für heimische Lebensmittel und regionale Produktionskreisläufe soll gestärkt werden. Ziel ist es, die Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln verstärkt durch lokale Erzeugung zu decken – ein Gewinn für Verbraucher wie Landwirte gleichermaßen.

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