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Rupert's Waldschweine begeistern

Rund 30 Interessierte kamen am 04. Juli an den Hutewald

Projekte: Landwirt-Verbraucher-Dialog und Bewusstseinsbildung, Rosenheimer Weidefleisch
Mann und Menschen vor Wald
Rupert erklärt das Waldweide Konzept vor Ort am Hutewald
© ÖMR

Bei der Führung am Hutewald stellte Rupert Stäbler das Haltungskonzept vor, mit dem er traditionelle Waldweidehaltung zeitgemäß weiterentwickelt. Auf rund 200.000 Quadratmetern Wald- und Weidefläche leben bis zu 200 Schweine – jedes Tier verfügt damit über etwa 1.000 Quadratmeter Platz. Die Schweine wachsen auf natürlichem Waldboden auf, können wühlen, suhlen und ihre Umgebung erkunden. Die Ferkel bleiben zudem deutlich länger bei ihren Müttern als in der konventionellen Schweinehaltung und verbringen mindestens vier Monate im Familienverband.

Vor Ort konnten die Teilnehmenden beobachten, wie selbstverständlich die Tiere den Wald nutzen. Das sichtbare Wohlbefinden der Schweine sorgte für großes Interesse und führte zu einem regen Austausch. Zahlreiche Fragen drehten sich um Tierwohl, Fütterung, Vermarktung und die praktische Umsetzung dieser aufwändigen Haltungsform.

Besonders spannend waren die Einblicke in Stäblers wissenschaftliche Arbeit. Im Rahmen seiner Doktorarbeit über das Verhalten von Schweinen wurde unter anderem untersucht, wie intensiv die Tiere den Hutewald tatsächlich nutzen. Eine der Hypothesen lautete, dass Schweine sich vielleicht nicht für den Wald interessieren würden, wenn sich die Futterstation außerhalb der Waldfläche befindet. Die Ergebnisse zeigten jedoch das Gegenteil: Die Tiere bevorzugen es, den Wald aktiv zu erkunden, dort nach Nahrung zu suchen und ihren natürlichen Verhaltensweisen nachzugehen – unabhängig davon, wo das Futter angeboten wird. Diese Erkenntnisse fließen bis heute in die Weiterentwicklung des Haltungskonzepts ein.

Beim anschließenden Probieren ausgewählter Hofprodukte wurde der Austausch fortgesetzt. Die Führung machte deutlich, wie groß das Interesse an transparenter Landwirtschaft und tiergerechter Tierhaltung ist. Für viele Besucherinnen und Besucher bot der Vormittag wertvolle Einblicke in ein Betriebskonzept, das Wissenschaft, landwirtschaftliche Praxis und Tierwohl miteinander verbindet.

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