Zwei Marktväter, eine Idee mit Zukunft: Sepp Daxenberger und Heini Thaler hätten aus einer guten Idee Wagings Glanzstück im Marktkalender gemacht, so Bürgermeister Martin Dandl (FW) zur Eröffnung. Rund 80 Aussteller füllten die Idee mit Leben – mit Handwerkskunst, Heimatliebe und Herzblut. Dafür sagte er Ihnen danke.
Was die Heimat kulinarisch kann, lag Kreisbäuerin Christine Schuhegger (CSU) am Herzen: regional essen, mit den Jahreszeiten genießen – mit jedem Einkauf heimische Qualität schätzen und den Betrieben Rückhalt geben. Mit ihnen begrüßte der stellvertretende Landrat Hans-Peter Dangschat (CSU) die Besucher; die Musikkapelle Waging und der Nachwuchs des GTEV „D’ Mühlberger“ zeigten, wie jung Tradition sein kann.
Bei Thomas Jahnel gab’s Glück frisch vom Schmiedefeuer: Hufeisen, Hammerschlag für Hammerschlag. Dazwischen wurde über Eisen, Werkzeuge und alte Techniken gefachsimpelt. Sein historischer Bulldog hatte diesmal französische Gesellschaft: einen Peugeot 177 von 1924. Zum Hammerschlag gesellte sich mittags der Jodler: Bernhard Kübler und Stephanie Wagenstaller von der Volksmusikpflege des Bezirks Oberbayern machten mit „Boarisch g’jodelt für alle“ Lust aufs Mitmachen. Nachmittags sang sich die ganze Familie durch den Bauernhof – und Jahnels Bulldog bekam mit dem „Bulldog-Jodler“ einen musikalischen Verwandten.
Kleine Späne, große Pläne
Ein Stück Holz, ein Ziehmesser und ein Einfall: Am Grünholzmobil von Michael Heuberger machten sich Kinder und Erwachsene ans Werk. Späne fielen, Wanderstöcke und Hocker entstanden. Vom Holz zum Ton, vom Ziehmesser zum Pinsel: bei der Tenglinger „Wunderbar“ hatten die Nachwuchskünstler alle Hände voll zu tun. Beim Förderverein Bairische Sprache und Dialekte (FBSD) kam das eigene Bairisch auf den Prüfstand. Der Sprachtest hatte seine Feinheiten, da überlegten auch die Dialektkenner. Bei den Gartenbäuerinnen genügte ein beherzter Dreh: Am Glücksrad winkten herbstliche Preise. Sandra Huber hatte den Dreh für’s Handwerk raus – mit Webbrettchen wuchs eine reißfeste Borte. Wie fest die Borsten sitzen müssen, führte Bürstenbinder Fritz Perschl vor. Durchsichtig das Glas, durchschaubar war ihr Handwerk damit noch lange nicht: Gabriel Felix und Michael Murner vom Glasatelier Schimmer ließen erahnen, wie viel Fingerspitzengefühl dazugehört.
Der Herbst durfte mit: als Blumenkranz oder Bucheckernherz. Drechsel- und Schwemmholzunikate zeigten die Muster der Natur, handgeschöpftes Altpapier schlug ein neues Kapitel auf. Und der Wohnungsmarkt blühte: Insektenhotels und Vogelhäuschen für die kleinen Bewohner, Blumenkästen nach Maß für die großen Gartenpläne.
Knuspern für den guten Zweck
„Was darf’s sein?“ Die Waginger Landfrauen machten aus der Frage ein süßes Versprechen: Wer sich Zwetschgenbavesen oder knusprige Hasenöhrl gönnte, half ihnen, ländliche Familien der Region in Not zu unterstützen. Im Schmankerlzelt fanden die Dampfnudeln vom Café Paula ihr Glück im Schwammerlragout, die Waginger Wirtshausmusi lieferte die Begleitmusik. Bei rund 40 Kuchen der Bäuerinnengemeinschaft durfte aus einem Stück gern ein zweites werden. Auch herzhaft ließ sich schwelgen: im Schmelz der Käsespätzle oder beim Steckerlfisch mit Grillbräune. Attl’s Ziegenhof brachte den Bio-Ziegenkäse ins Burgerbrötchen.
Genuss mit Köpfchen bot die Ökomodellregion: Welche Saat passt zu welchem Bio-Öl? Apropos Bio: An Yvonne Liebls kultiger Ape „Trudi“ gab’s Kaffeespezialitäten und warmes Apfelbrot.
Frisur frei Schnauze, Wimpern vom Feinsten: Im Garten des Seniorenheims empfing ein flauschiges Herrenquintett seine Bewunderer. Diego, Colorado, Curico, Viktor und Carlos pflegten ihre eigene Plauderei: ein leises Summen. Besitzer Robert Dorroch räumte gleich mit einer Lama-Legende auf: Das viel zitierte Anspucken von Menschen gehöre ins Reich der Mythen.
Gemeinsam singen, gemeinsam an Sepp Daxenberger denken: Mit Volksmusikpfleger Ernst Schusser erklangen in St. Martin geistliche Lieder, vor der Kirche weltliche. Und die Idee der beiden Marktväter? Die wird nächstes Jahr rund: Waging feiert dann seinen 30. Bauern- und Handwerkermarkt.
Artikel vom 12.10.2026 von Alexandra Arsan