Die Organisatoren Simon Strangmüller (Öko-Modellregion) und Anton Maller (Berater beim ökologischen Anbauverband Biokreis) hatten als Referenten Korbinian Ecker und Christian Huber von der Raiffeisen Neumarkt St. Veit-Reischach e. G geladen. Eingangs stellte Korbinian Ecker die 2023 eröffnete Biosparte des Raiffeisen-Lagerhauses vor. Die Biosparte ist sowohl vom Biokreis als auch von Naturland zertifiziert und verzeichnet bei Saatgut, Leguminosen, Futter -und Speisegetreide jährlich steigende Mengen (2026 ca. 5000 Tonnen). Das Augenmerk liege auf regionalen Liefergruppen, transparenten und fairen Wertschöpfungsketten, sagte Ecker. Die Ernte 2026 betreffend, hätten viele Kulturen unter der Trockenheit gelitten. Dabei hätten Winterungen die Hitze besser weggesteckt als Sommerkulturen und Futterpflanzen. Aufgrund der geringeren Ernten rechnet Ecker mit steigenden Preisen zunächst im Futter- dann auch im Speisebereich.
Welche Vorteile es hat, zwei Feldfrüchte gemeinsam auszusähen (Gemenge statt Reinsaat, z.B. Getreide mit Leguminosen), zeigte Biokreis-Berater Anton Maller auf. Getreide könne schwächere Leguminosen-Erträge teilweise ausgleichen, Beikräuter würden durch Gemenge besser reguliert. Auch könne etwa Gerste rankende Erbsen stützen und deren Ernte erleichtern. Unterschiedliche Wurzelhorizonte, Wuchshöhen und Stickstoffquellen würden sich ergänzen. Mallers Fazit: „Passen die Gemenge-Partner zusammen, nutzen sie die Fläche effizienter als Reinsaaten – und die Erträge sind stabiler bzw. in vielen Fällen höher als bei Reinsaaten.“ Allerdings würden Gemenge Kompromisse bei der Aussaat und einen Mehraufwand nach der Ernte erfordern: Je nach Absatzweg müssten die gemeinsam gedroschenen Früchte getrennt werden.
Neben der Theorie brachte Anton Maller seine Praxiserfahrungen mit Wintererbse und Triticale sowie mit Ackerbohne und Hafer ein. Simon Strangmüller (Bad Füssing) berichtete vom Anbau von Ackerbohne mit Winterweizen. Felix Krauß aus Ering (Landkreis Rottal-Inn) teilte seine Erfahrungen mit Soja-Hirse-Gemenge als Zweitfrucht nach Wintergeste.
„Insgesamt hängt die Wirtschaftlichkeit stärker von der Verwertung ab als vom Ertrag allein“, betonte der Biokreis-Berater: Bei Eigenverfütterung kann die Trennung der Druschfrüchte entfallen. Der Verkauf des Gemenges ist nur sinnvoll und möglich, wenn der Käufer gemischte Partien annimmt und lagern kann. Der Verkauf der getrennten Marktware erfordert Reinigungskosten, auch beeinflussen Bruchkorn und Qualitätsanforderungen den Deckungsbeitrag. Anton Maller rät deshalb dazu, den Absatzweg und die Aufbereitung vor der Saat festzulegten.