Sommerblumen und Gemüse folgen hier denselben Grundprinzipien: ein lebendiger Boden, natürliche Düngung, kluge Fruchtfolgen und ein Pflanzenschutz, der auf Achtsamkeit statt auf Eingriffe setzt. Aus dieser Haltung entstehen widerstandsfähige, klimafreundliche Kulturen, die Insekten anziehen, den Boden stärken und zugleich aromatisches Gemüse wie auch üppig blühende Sommerbeete hervorbringen.
Während die Gemüsefelder etwas abseits liegen, entfaltet sich rund um das Schnittblumenfeld am Fuße des Hügels der Kirche St. Anna ein farbiges Miteinander, das den Rhythmus der Jahreszeiten sichtbar macht. Wer das Feld von Barbara und Christian Pflug betritt, spürt sofort: Hier riecht Landwirtschaft wieder nach Erde, nach Handwerk und nach echter Hingabe. Die Beete wirken zugleich bunt und geordnet, ein lebendiges Wechselspiel aus Strohblumen, die von Juni bis September in leuchtenden Farben stehen, und aus prächtig blühenden Dahlien, die teils aus Samen gezogen wurden. Diese Anzuchtform bringt nicht nur eine überraschende Vielfalt hervor, sondern auch robuste Pflanzen, die sich den lokalen Bedingungen anpassen und über eine lange Blütezeit hinweg immer neue Formen und Farben zeigen.
„Aus dem Samen ergibt sich im Grunde jedes Jahr eine andere Blüte, anders als beim Aussetzen von Knollen, bei denen die Blüten stets gleich aussehen“, erklärt Barbara Pflug bei einem Streifzug durch die Beete. Als Diplom-Ingenieurin für Landschaftsplanung (FH) bringt sie fundiertes Fachwissen mit. „Vor gut zwei Jahren haben mein Mann und ich begonnen, einjährige Schnittblumen und Gemüse in Bio-Qualität anzubauen.“
Auch im Gemüsebau setzt der Hof auf höchste ökologische Standards und hat sich für „Naturland“ als Partner entschieden. Die Richtlinien des Verbandes gehen weit über die gesetzlichen Bio-Vorgaben hinaus und stärken jene Prinzipien, die auch im Schnittblumenfeld sichtbar werden: lebendiger Boden, schonende Bewirtschaftung, klare Fruchtfolgen und ein respektvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen. Für den Betrieb bedeutet die Naturland-Zertifizierung fachliche Begleitung, ein starkes Netzwerk und mehr Transparenz gegenüber den Kundinnen und Kunden.
Wie selbstverständlich schlägt sich dieser Anspruch auch im Blumenfeld nieder. Am Beet verweist Barbara Pflug auf ihre Zinnien, Löwenmäulchen und die besonderen Sonnenblumen. „Ein Teil dieser Blumen bildet nach dem Abschneiden der Hauptblüte seitlich neue Knospen. Es handelt sich um einen natürlichen Rhythmus, der die Pflanzen vital hält und das Feld über Wochen hinweg in Farbe taucht.“
Zwischen den Reihen stehen auch die zarten „Jungfer im Grünen“, deren Blüten an kleine Figuren mit weitem Rock erinnern, umgeben von feinem Laub. Sie ist eng mit dem Schwarzkümmel verwandt, ihre Samen sind essbar, und wie viele der hier angebauten Sorten eine kleine Zierde auf jedem Teller. Trotz der Trockenheit entfaltet sich alles prächtig. „Das liegt natürlich auch am Gießen“, sagt Barbara Pflug und zeigt auf die Regenwasserzisterne, aus der sie das Wasser entnimmt. „Es geht uns natürlich auch um den sparsamen Einsatz von Wasser.“
Alles gedeiht auf humusreichem Boden, der mit organischen Düngern, Mulch und Gründüngung aufgebaut wird und ohne synthetische Dünger und Pestizide auskommt. Stattdessen sorgen Nützlinge und kluge Mischkulturen dafür, dass Blumen und Gemüse gesund bleiben und sich gegenseitig schützen.
Was hier entsteht, ist mehr als Ertrag: ein kleines Ökosystem, das zeigt, wie biologische Landwirtschaft im Kleinen funktioniert, mit Geduld, mit Wissen und mit dem Vertrauen darauf, dass ein lebendiger Boden die beste Grundlage für üppige Blüten und aromatisches Gemüse ist. In Tettelham wird dieser Gedanke nicht nur praktiziert, sondern gelebt.
Auf dem Feld wächst ein breites Sortiment an Bio-Gemüse: Kartoffeln, Kürbisse, Zwiebeln, Lauch, Sellerie, Karotten, Knoblauch, Paprika, Zucchini, Gurken und die trendige Rote Bete. „Wir verkaufen vieles davon erntefrisch direkt ab Hof“, sagt Barbara Pflug. Verkaufstag ist immer montags von 16 bis 19 Uhr. Zusätzlich bietet der Dorfladen in Taching die Produkte an. Die Blumen hingegen können jederzeit selbst geschnitten werden – eine kleine Vertrauenskasse steht bereit, wie man sie von Selbstpflückfeldern kennt.
Im kommenden Monat öffnet Barbara Pflug ihr Schnittblumenfeld für einen Erlebnistag. Es ist eine Einladung, die biologische Vielfalt nicht nur zu betrachten, sondern zu spüren: im Duft der Erde, im Summen der Insekten und im sanften Rascheln der Blüten, die sich im Wind wiegen. Am Donnerstag, den 13. August, kurz vor Mariä Himmelfahrt, findet eine Erlebnisführung für Familien statt. Erwachsene und Kinder können mit Barbara und Christian Pflug auf dem Anwesen Tettelham 14 die Vielfalt der Bio-Schnittblumen entdecken, Spannendes über deren Besonderheiten erfahren und selbst kreativ werden. Nach dem Rundgang wird gespielt, ein Blumenarmband gestaltet und ein kleines Sträußchen gebunden. Eine rechtzeitige Anmeldung ist notwendig, da die Personenzahl begrenzt ist. Entgegengenommen werden die Anmeldungen unter Telefon 08681 / 479190 oder per Mail an servus.steffelhof@gmx.de. Mitzubringen sind wetterfeste Kleidung, Sonnen- oder Regenschutz, Arbeitshandschuhe sowie Brotzeit und Getränke.
Die Veranstaltung ist Teil des Programms „Bio-Erlebnisse 2026“ der Tourist-Info Waginger See und der Ökomodellregion Waginger See–Rupertiwinkel.
Übrigens führt Barbara Pflug auch immer wieder interessierte Personen durch ihre Streuobstwiese und erklärt deren Besonderheiten, ein weiterer Einblick in die Vielfalt und Pflege dieses besonderen Hofes.
Ankündigung: Erlebnisführung im Schnittblumenfeld
Am Donnerstag, den 13. August, kurz vor Mariä Himmelfahrt, öffnet Barbara Pflug ihr Schnittblumenfeld in Tettelham 14 für eine besondere Familienveranstaltung. Bei dieser Erlebnisführung können Kinder und Erwachsene gemeinsam in die farbenreiche Welt der Bio-Schnittblumen eintauchen, seltene Sorten entdecken und Spannendes über deren Besonderheiten erfahren.
Nach dem Rundgang durch die Beete wird es kreativ: Die Teilnehmenden gestalten ein eigenes Blumenarmband und binden ein kleines Sträußchen zum Mitnehmen – ein sommerliches Andenken an einen Nachmittag zwischen Farben, Düften und summenden Insekten.
Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr und ist kostenpflichtig; die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher wird eine rechtzeitige Anmeldung empfohlen. Anmeldungen nimmt Barbara Pflug unter Telefon 08681 479190 oder per Mail an servus.steffelhof@gmx.de entgegen.
Empfohlen werden wetterfeste Kleidung, Sonnen- oder Regenschutz, Arbeitshandschuhe sowie eine kleine Brotzeit und Getränke.
Die Erlebnisführung ist Teil des Programms „Bio-Erlebnisse 2026“ der Tourist-Info Waginger See und der Ökomodellregion Waginger See–Rupertiwinkel.
Der Hof wird auch im Rahmen der Bio-Genussradltour der Ökomodellregion am Samstag, den 19. September besucht. Mehr Infos unter oekomodellregion@waging.de oder auf der Webseite www.oekomodellregionen.bayern .
Terminankündigung von Anneliese Caruso