Ein extremes Wetterereignis hatte dazu geführt, dass die Familie einen anderen Weg eingeschlagen hat. Eine Windhose während eines Sturms hatte zwei Stallungen völlig vernichtet. Als die Wiedererrichtung geplant wurde, stellte sich heraus, dass die Auflagen für den kleinen Betrieb nicht umzusetzen gewesen wären. Und so haben die Zeilingers von der Milchkuh- auf die weniger aufwändige Mutterkuhhaltung umgesattelt.
Da kam es gerade recht, dass der heutige Altbauer Robert Zeilinger schon vor 25 Jahren mehr als tausend Apfelbäume gepflanzt und sich damit ein zweites Standbein aufgebaut hat.
Bei der Apfelernte helfen alle mit
Bei der Mutterkuhhaltung müssen die Landwirte die Kühe nicht melken. Die Muttertiere ziehen ihre Kälber selbst auf. Das bedeutet aber auch geringere Einnahmen, da pro Kuh nur ein Kalb pro Jahr aufgezogen wird. Also hat die Landwirtsfamilie – Betriebsinhaber ist jetzt Florian Zeilinger - die Obstwirtschaft und den Gemüseanbau forciert. Die Einnahmen dieses neuen Zweiges übertreffen die der Kuhhaltung.
Denn die Apfelbäume in der Plantage werden mittlerweile reichlich Ernte ab. So gibt es Tafelobst fast das ganze Jahr über; gelagert wird es im Keller. Gezogen wurden hauptsächlich die Sorten Floriner, Sonsa, Topas, Gal und Red Free. Bei der Ernte helfen dem heutigen Betriebsinhaber Florian Zeilinger, der auch Metzger ist, seine Brüder Robert, von Beruf Maschinenbauer, und Gregor Zeilinger, technischer Angestellter.
In diesem Jahr wurden im Versuchsstadium 50 Stauden Johannisbeeren gesetzt. Die vitaminreichen Beeren werden in 250-Gramm-Schalen auf den Bauernmärkten verkauft. Im kommenden Jahr sollen Stauden in reichlichem Umfang nachgepflanzt werden. Die Erfolgsaussichten seien derzeit vielversprechend, erklärt der Landwirt.
Verkauf auf den Wochenmärkten
Darüber hinaus verkauft die Familie Bio-Apfelsaft naturtrüb und Bio-Apfelessig. In einem guten Jahr werden voraussichtlich 5.000 Liter Bio-Apfelsaft produziert. Wenn es hagelt, ist es weniger. Darüber hinaus werden etwa 200 Liter Apfelessig erzeugt. Gärmost wird für den Hausgebrauch gewonnen.
Des Weiteren zieht die Familie ein breites Gemüsesortiment: Kopfsalat, Spitzkraut, Kohlrabi, Gelbe Rüben, Zucchini, Mangold und verschiedene Sorten Rettich. Bei den Kartoffeln wird vor allem die Rote Kartoffel Laura angebaut, die sehr gefragt ist.
Mit diesem reichen Angebot an heimischem Obst und Gemüse steht der Biobauer am Donnerstag auf dem Freilassinger Wochenmarkt und am Samstag auf dem Oberndorfer Wochenmarkt.
Die Familie Zeilinger hat sich nach dem verheerenden Schaden nicht unterkriegen lassen. Mit Mut und Flexibilität wurde etwas Neues aufgebaut. Und damit ist es dem Betriebsinhaber Florian, den tatkräftig mitarbeitenden Eltern und den Brüdern mittlerweile auch möglich, mal einen mehrtägigen Ausflug zur entfernt lebenden Verwandtschaft zu machen.
Südostbayerische Rundschau, Josef A. Standl, Artikel vom 03.08.2026