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Nebenerwerbslandwirt Andreas Mayer aus Wendling

Neue Wege mit Wagyu-Rindern

Projekte: Bio-Lebensmittel vom Grünland, Öffentlichkeitsarbeit
Biobauer Andreas Mayer mit einigen seiner Wagyu-Rindern
Biobauer Andreas Mayer mit einigen seiner Wagyu-Rindern
© Karin Kleinert

Der gelernte Feinwerkmechaniker fand mit der Haltung von Wagyu-Rindern den für ihn passenden Betriebszweig, mit dem er Landwirtschaft im Nebenerwerb und Hauptberuf vereinbaren kann. Mit der in Deutschland seltenen Rasse besetzt er zudem eine Nische. Und auch bei der Art der Vermarktung ist Andreas einen besonderen Weg gegangen: Das hochwertige Biofleisch gibt es nur zweimal im Jahr und zwar exklusiv beim Edeka-Markt in Waging.

Andreas und seine Frau Martina übernahmen den Hof „Beim Lerei“ 2019 von Andreas‘ Eltern und stellten ihn auf ökologische Bewirtschaftung um. Sie sind die vierte Generation der Mayers auf der Hofstelle, die seit dem frühen 18. Jahrhundert belegbar ist. Ein alter Holzbalken mit der Jahreszahl „1732“ ziert das Wohnzimmer des mehrfach renovierten und modernisierten Bauernhauses. Zu dem Anwesen mit hübschem Bauerngarten und Obstbäumen vor dem Haus gehören 6,2 Hektar Grünland und 1,5 Hektar Wald.

Andreas‘ Eltern Albert und Maria betrieben Mutterkuhhaltung mit Pinzgauer Rindern, deren Fleisch sie an eine Waginger Metzgerei verkauften beziehungsweise direkt ab Hof vermarkteten. Um Landwirtschaft und Hauptberuf – Andreas betreibt von Wendling aus einen EU-weiten Online-Handel für Zerspanungswerkzeuge  – unter einen Hut zu bekommen, entschied er sich für das Konzept und die exotisch anmutende Rinderrasse. Die Eltern unterstützten diese Neuausrichtung, sie helfen auch weiterhin auf dem Hof mit.

„Wagyu steht für sehr hohe Fleischqualität. Das hat mich überzeugt, umzustellen“, schwärmt Andreas über seinen kleinen aber feinen Bestand von etwa 10 Rindern japanischen Ursprungs. Bevor der junge Landwirt 2020 die ersten Tiere kaufte, informierte er sich ausführlich über diese Rasse, die in Japan einst als Lastentiere gezüchtet wurden und deren fein marmoriertes Fleisch mit dem butterartigen Geschmack weltweit geschätzt wird ist. Der Name Wagyu bedeutet übersetzt „Japan-Rind“. Das sogenannte Kobe-Rind ist das bekannteste. Es darf allerdings nur das Fleisch der in der Region Kobe geborenen, aufgezogenen und geschlachteten Rinder als solches bezeichnet werden, erklärt er diese geschützte Ursprungsbezeichnung. 

Das Besondere der Wagyus ist die Struktur ihres Fleisches: Sie weist eine gleichmäßige, fein marmorierte Verteilung des Fettes auf. Dadurch bleibt das Fleisch beim Braten und Grillen sehr saftig und bekommt den von Steakfans so geschätzten zarten Schmelz. Ausschlaggebend für die Beschaffenheit des Fleisches ist, dass sich die Tiere langsam entwickeln können. Bei den Mayers bleiben die Tiere im Schnitt drei Jahre auf der Weide, bevor sie geschlachtet werden.

Im Sommer 2020 kaufte Andreas seine ersten Wagyu-Rinder. Zu Anfang züchtete er sie auch. Inzwischen kauft er die Kälber bei Züchtern in Ober- und Niederbayern, die sich auf die Nachzucht spezialisiert haben. So sei die Rinderhaltung einfach besser mit seiner Firma vereinbar, erklärt Andreas.

Die Tiere mit dem seidig glänzenden, dunkelbraunen bis schwarzen Fell stehen von Mitte April bis Anfang November auf den Weiden rund um den Hof, wo sie das frische Gras der artenreichen Wiesen fressen. Am Rande des an die Wiesen angrenzenden Waldes finden sie genügend Schatten. Im Winter sind die robusten Rinder im ausgebauten Laufstall untergebracht. Sie bekommen ausschließlich Heu von den eigenen Flächen. Wegen der Biodiversität mäht Andreas nur dreimal im Jahr, die erste Mahd erfolgt spät im Juni. Gedüngt wird nur mit Gülle und Mist vom eigenen Hof.

Das Wohl und die Gesundheit ihrer Wagyus ist Familie Mayer eine Herzensangelegenheit. Damit die Rinder auf der Weide, wo sie viel Bewegungsfreiheit haben, genug Wasser zur Verfügung haben, wurde beispielsweise eine Wasserleitung vom Hof zur Weide verlegt. Geschlachtet werden die Tiere ganz in der Nähe im kleinen, biozertifizierten Schlachthof in Laufen, was kurze Transportwege bedeutet und den Stress minimiert. In Laufen hängt der Schlachtkörper auch ab, das Fleisch wird dort vakuumiert und reift etwa zweieinhalb Wochen im eigenen Saft.

Zur Vermarktung geht das komplette Rind an den Edeka-Markt von Serkan und Hava Yilmaz in Waging (ehem. Edeka Peschka). Familie Yilmaz schätzt das hochwertige Wagyu-Biofleisch sehr und die Zusammenarbeit funktioniert bestens, erzählt Andreas Mayer. Zudem wird das gesamte Tier verwertet. Ein wichtiger Aspekt wie der Landwirt findet. Das besondere Angebot gibt es für die Kunden übrigens nur zweimal im Jahr, im Sommer zur Grillsaison und vor den Weihnachtsfeiertagen.

Mit dem Fleisch seiner Wagyu-Rinder trägt Andreas Mayer nicht nur zur heimischen Produktion gesunder Lebensmittel bei, sondern er stärkt auch das Bewusstsein der Verbraucher, beim Fleisch auf Qualität zu setzen, auch wenn diese ihren Preis hat. Die ökologische Wirtschaftsweise ist für Andreas und Martina, wie sie sagen, Einstellungssache, wollen sie doch ihren Kindern und den nachfolgenden Generationen eine intakte Natur hinterlassen.

 Biobauernhof

Andreas und Martina Mayer

Wendling 2

83329 Waging am See

https://wamayu.de

 

Kontakt über Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel: Tel. 08681 / 400537, Mail: oekomodellregion@waging.de

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