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Ein Paradies an kleinen Lebensräumen

Führung auf dem Biohof Koch

Projekte: Bio-Lebensmittel vom Grünland, Öffentlichkeitsarbeit, Streuobst und Artenschutz
Hofnachfolger Rupert Koch zeigte , welche vielfältigen positiven Wechselwirkungen zwischen einer naturnahen Milchviehwirtschaft und den Pflanzen- und Tierbeständen auf Wiese und Weide bestehen
Hofnachfolger Rupert Koch zeigte , welche vielfältigen positiven Wechselwirkungen zwischen einer naturnahen Milchviehwirtschaft und den Pflanzen- und Tierbeständen auf Wiese und Weide bestehen.
© Daniel Delang

Der junge Hofnachfolger Rupert Koch zeigte auf dem Rundgang gemeinsam mit seinen Eltern und Schwester Elisabeth auf, welche vielfältigen positiven Wechselwirkungen zwischen einer naturnahen Milchviehwirtschaft und den Pflanzen- und Tierbeständen auf Wiese und Weide bestehen. Ohne den Dünger als Insektenbuffet, den die Rinder auf der Weide hinterlassen, gäbe es keinen solchen Reichtum an Kerbtieren und ihren Larven, die wiederum Nahrungsgrundlage für Tierarten des Offenlandes sind. Aus diesem Grund wird eine Kuhherde oft von Vögeln, wie z.B. Staren oder Schwalben, begleitet. Eine gut gedüngte Wiese ist zwar eiweißreich und fördert die Milchleistung, ist allerdings auch gräserbetont und kräuterarm, während extensiv gedüngte Wiesen zu den artenreichsten Beständen Mitteleuropas gehören. Im Biobetrieb Koch ist es Ziel, die Rinder möglichst raufutterbetont zu füttern und nur wenig Kraftfutter dazuzugeben. Das zahlt auch auf die Artenvielfalt ein. Mit einer extensiv geführten blütenreichen Hangwiese, darunter viel seltener Arnika, wurde Familie Koch vor wenigen Jahren einer der Wiesenmeister in der Ökomodellregion. Mit ihrer Milchleistung liegt Familie Koch im Mittelfeld, kann damit bisher gut wirtschaften und ist nicht gezwungen, die Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden einseitig zu reduzieren, um Spitzenleistungen bei der Milch zu erzielen.

Eine Freude für das Auge war es für die Besucher auch, durch die großen Selbstversorgergärten und Obstgärten rund um´s Haus zu schlendern, wo Kraut und Rüben in schönster Verschlingung mit wilden Blumen um die Wette wuchern, allen voran eine Vielzahl hoher Sonnenblumen, die sich jedes Jahr selbst wieder aussäen.

Vor wenigen Jahren hat Familie Koch gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband BGL eine naturnahe Hecke angelegt, aus der jetzt Kornelkirschen, Schlehen, Hagebutten und Vogelbeeren um die Wette leuchteten. Längst haben sich Arten wie der seltene Neuntöter wieder eingefunden. Damit aber nicht genug: Tochter Elisabeth Koch hat es sich zum Ziel gesetzt, „haufenweise Lebensräume“ anzulegen. Vom Sandarium bis zum Totholzhaufen, vom kleinen Miniteich bis zum Altgras- oder Brennesselstreifen, hier findet wohl fast jedes heimische Säugetier oder Insekt Futter und einen passenden Unterschlupf. „Ich kann mir keinen besseren Beitrag für ein ökologisches Gleichgewicht vorstellen als so einen Hof, wie ihr ihn mit sehr viel Liebe und Arbeit führt“, bedankte sich Marlene Berger-Stöckl von der Ökomodellregion dafür bei Familie Koch. Die Führung war Teil des Programms „Bio-Erlebnisse“ in Zusammenarbeit von Touristinfo Waginger See und Ökomodellregion.

 

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