Biofach als politischer und fachlicher Impulsgeber
Eröffnet wurde die Messe von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Er unterstrich die Erfolgsgeschichte des Bio-Sektors: Weltweit erwirtschaftet die Branche rund 140 Milliarden Euro Jahresumsatz, davon etwa 18 Milliarden Euro in Deutschland. Die Nachfrage nach Bio-Produkten übersteigt derzeit das Angebot. Bio sichere Wertschöpfung im ländlichen Raum, stärke Resilienz und fördere regionale Identität. Trotz knapper Haushaltsmittel wolle er klare Schwerpunkte setzen – insbesondere in der Außer-Haus-Verpflegung und beim Ausbau regionaler Bio-Wertschöpfungsketten.
In ihrer erfrischenden Laudatio machte die Klimaaktivistin Luise Neubauer Mut angesichts globaler Herausforderungen: Hoffnung aufzugeben sei keine Option. Der ökologische Landbau sei ein „gelebtes Ja zur Welt“ und ein Beweis dafür, dass nachhaltiges Wirtschaften ohne Ausbeutung möglich ist.
Der begleitende Biofach-Kongress stand unter dem Leitthema „Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions“ und stellte die nächste Generation in den Mittelpunkt. Visionäre Ideen sowie der Austausch zwischen jungen Akteurinnen und Akteuren und erfahrenen Praktikerinnen und Praktikern prägten das Programm. Auch ÖMR-Managerinnen und -Manager beteiligten sich an Diskussionsrunden.
Die Bayerischen Öko-Modellregionen: Bio wird regional
Die Präsenz der Öko-Modellregionen auf der Biofach unterstreicht ihr zentrales Anliegen: Bio wird regional. Die Öko-Modellregionen informierten über ihre Arbeit, stellten erfolgreiche Projekte vor und nutzten die Messe als Plattform für Austausch und Vernetzung.
Auch die Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, besuchte die Messe am Mittwoch. Am Stand der Öko-Modellregionen informierte sie sich über aktuelle Projekte und Entwicklungen und tauschte sich mit den Verantwortlichen aus. Positive Beispiele wie der biozertifizierte Autohof Thiersheim, der Arbeitskreis Biokarpfen oder die starke Resonanz auf den Verfügungsrahmen Ökoprojekte zeigen: Auch in herausfordernden Zeiten entstehen mit Hilfe des Engagements der ÖMR innovative und erfolgreiche Lösungen, die das Ziel 30% Bio aus Bayern bis 2030 unterstützen und in die Regionen tragen. Thematisiert wurden in Gesprächen mit Michaela Kaniber auch erfolgreiche Projekte der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein und der Öko-Modellregion Stadt.Land.Regensburg.
Geführte Rundgänge: Praxisnah und stark nachgefragt
Ein besonderes Angebot stellten die geführten Messe-Rundgänge dar, organisiert von der Landesvereinigung ökologischer Landbau LVÖ, der Ökopakt-Vernetzungsstelle der LfL und den Öko-Modellregionen.
Die Führungen richteten sich gezielt an:
- politische Entscheidungsträger in den Regionen
- Akteurinnen und Akteure der Außer-Haus-Verpflegung und Gastronomie
- das Metzgerhandwerk
- den selbstständigen Lebensmitteleinzelhandel
Die Rundgänge waren stark nachgefragt und boten praxisnahe Einblicke in Sortimente, Trends und Vermarktungschancen.
Außerdem wurden internationale Delegationen, beispielsweise aus China und Irland über die Messe geführt und sie bekamen einen Eindruck davon, wie regionale Biowertschöpfungsketten gefördert werden können.
„Bio meets Nürnberg“: Bio nicht nur am Messegelände, sondern auch in der Stadt erleben
Parallel zur Messe fand in der Nürnberger Innenstadt das Begleitprogramm „Bio meets Nürnberg“ statt. Eine Woche lang standen nachhaltige Ernährung, regionale Projekte und Bio-Lebensmittel im Fokus. Infostände, Mitmachaktionen, Kochangebote und kreative Formate wie das Smoothie-Bike machten Bio für Bürgerinnen und Bürger aber auch für Gäste unmittelbar erlebbar. Die Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land, Roth war daran aktiv beteiligt.
Fazit:
Die Biofach 2026 zeigte eindrucksvoll, dass der ökologische Landbau wirtschaftliche Perspektiven, regionale Wertschöpfung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet. Die Bayerischen Öko-Modellregionen setzten dabei ein starkes Zeichen: Bio wird regional gedacht – und erfolgreich umgesetzt zum Wohl des Ländlichen Raums und einer guten Stadt-Land-Partnerschaft.